Offener Austausch auf dem Fliegerhorst | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Offener Austausch auf dem Fliegerhorst

Großes Interesse: 160 Interessierte haben sich zum Fliegerhorst-Talk angemeldet.  (Foto: gi)
Großes Interesse: 160 Interessierte haben sich zum Fliegerhorst-Talk angemeldet. (Foto: gi)
Großes Interesse: 160 Interessierte haben sich zum Fliegerhorst-Talk angemeldet. (Foto: gi)
Großes Interesse: 160 Interessierte haben sich zum Fliegerhorst-Talk angemeldet. (Foto: gi)
Großes Interesse: 160 Interessierte haben sich zum Fliegerhorst-Talk angemeldet. (Foto: gi)

Zum ersten Mal hat ein Kommodore des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62 zum Talk auf den Fliegerhorst eingeladen. „Ich bin total begeistert, es war wie ein Überraschungsei, wir wussten im Vorfeld nicht, was auf uns zukommt“, so der Oberst Markus Knoll. Für ihn seien es super faire Fragen und wenige kritische Fragen gewesen. Sie seien alle beantwortet worden. Der Oberst glaube, dass die Besucherinnen und Besucher mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen sind. Die Fragestellenden kamen aus den Kernstädten Neustadt und Wunstorf sowie aus den Ortsteilen Empede, Suttorf, Poggenhagen und Bordenau, Steinhude, Großenheidorn und auch aus dem benachbarten Hagenburg. Es ging besonders um den Lärm am Boden, die Flughöhen des A400M und die Sicherheit des Standortes und der Bevölkerung.

Moderator war Militärpfarrer Bernd Tiggemann, er ist seit einem Jahr in Wunstorf, seine Moderation wurde von Knoll als absolute Spitze bezeichnet. Vorab berichtete Knoll über die Aufgaben und den Auftrag des LTG 62, auch wurde ein Bundeswehr-Imagefilm des Geschwaders gezeigt. Abteilungsleiter Hauptmann Stefan (Nachname wird aus Sicherheitsgründen nicht genannt) stellte die Simulatorausbildung vor, es gäbe keinen Unterschied zum Original-A400M. Die Zeit der echten Ausbildung im A400M betrage 45 Minuten. Der Auftrag des Geschwaders liege in der Versorgung der Einsatzgebiete, der Luftbetankung sowie der Rücküberführung von Verletzten. Auch gibt es eine fliegende Intensivstation. Nachtflüge müssten im Flugzeug durchgeführt werden, der Simulator sei dafür nicht geeignet.

Sicherheit im Fokus

Die Menschen rund um den Fliegerhorst sind um ihre eigene Sicherheit und um die des Standortes besorgt. „Wir haben versucht, die Angst zu nehmen, es werden bestimmt in einer sich verschärfenden Lage keine 50 Maschinen hier stehen“, sagte Knoll. Die seien dann anderweitig in befreundeten Ländern untergebracht. Wichtig sei das LTG 62 schon, aber auch nicht so wichtig, räumte der Oberst ein. Er berichtete von einer größeren Übung am Standort. Was passiert, wenn eine Drohne mit einem fiesen Gegenstand auf das Gelände des Fliegerhorstes fällt? „Wir sind besser als vor zwei Jahren aufgestellt und mit Riesenschritten vorangekommen. Doch wir sind noch weit entfernt davon, dass ich zufrieden bin“, sagte Knoll. Nicht gut kommt bei einigen Besuchern das morgendliche „fiepende“ Geräusch der A400M an. Das komme von einer Hilfsturbine, die drei Stunden vorab angestellt werde und für Hydraulik und Strom sorge. Hier könne Knoll wenig Besserung versprechen, das werde wohl auch noch in zehn Jahren fiepen.

Nutzung der Startbahnen

Abteilungsleiter Hauptmann Stefan berichtete von der Ausnutzung der Start- und Landebahnen. Die Nebenstartbahn befinde sich in der Bauphase, es wird sich derzeit mehr auf die Hauptbahn konzentriert. Wenn die Nebenbahn wieder zur Verfügung stehe, werde sich der Fluglärm mehr verteilen. Auch werden Maßnahmen ergriffen, höher über bebautes Gebiet zu fliegen. Für die Ausbildung der Fluglotsen und den Kompetenzerhalt der Bestandsfluglotsen sind kleine wirtschaftliche Flugfahrzeuge eingesetzt.


Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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