Rote Bälle als Stimmungsbarometer | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Rote Bälle als Stimmungsbarometer

Am Marktstand (v.li.): Helga Ebel, Tanja Weiß, Ralfina Rasching und Kerstin Opladen. (Foto: Sora Rasching)
Am Marktstand (v.li.): Helga Ebel, Tanja Weiß, Ralfina Rasching und Kerstin Opladen. (Foto: Sora Rasching)
Am Marktstand (v.li.): Helga Ebel, Tanja Weiß, Ralfina Rasching und Kerstin Opladen. (Foto: Sora Rasching)
Am Marktstand (v.li.): Helga Ebel, Tanja Weiß, Ralfina Rasching und Kerstin Opladen. (Foto: Sora Rasching)
Am Marktstand (v.li.): Helga Ebel, Tanja Weiß, Ralfina Rasching und Kerstin Opladen. (Foto: Sora Rasching)

Der Sozialverband SoVD hat mit einer Mitmach-Aktion auf dem Wunstorfer Marktplatz zahlreiche Bürger erreicht und dabei wertvolle Einblicke in deren politische Anliegen gewonnen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Themen die Menschen vor Ort am meisten bewegen und welche Erwartungen sie an die künftigen Orts- und Stadträte haben. Mithilfe eines Aktionspakets des SoVD-Landesverbandes konnten die Besucher ihre Prioritäten sichtbar machen. Sie warfen kleine rote Bälle in sieben Glasbehälter, die jeweils für unterschiedliche Themenbereiche standen. Zur Auswahl gehörten unter anderem Gesundheit, Pflege, Wohnraum sowie Kitas und Schulen.

Zum Ende der Aktion lag das Thema Gesundheit mit deutlichem Abstand an der Spitze. Auf den weiteren Plätzen folgte die Pflege. Deutlich weniger Bedeutung maßen die Teilnehmer dem Bereich Freizeit bei. Ein älterer Marktbesucher brachte die Stimmung auf den Punkt: „Ohne Gesundheit geht doch gar nichts, das ist die Basis für alles andere.“ Die Aktion ist Teil der Kampagne „Für mehr Miteinander“ des SoVD Niedersachsen zur Kommunalwahl 2026. Ziel ist es, die Menschen direkt vor Ort einzubeziehen und herauszufinden, welche Themen ihr Leben in den Städten und Gemeinden prägen. Die Ortsverbände übernehmen dabei eine zentrale Rolle, weil sie unmittelbar mit den Bürgern ins Gespräch kommen. „Es ist Aufgabe der Städte und Gemeinden, mehr zu tun, um das Miteinander besser zu gestalten“, erklärt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD Niedersachsen. Nach seiner Einschätzung besteht in vielen Kommunen Nachholbedarf.

Die Vorsitzenden der Ortsverbände Wunstorf, Großenheidorn, Butteramt und Neustadt, Kerstin Obladen, Ralfina Rasching, Helga Ebel und Tanja Weiß, nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Gespräche. Dabei wurden neben sozialen Fragen auch Politikverdrossenheit und die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich thematisiert. Ergänzend zur Abstimmung mit den roten Bällen bot der SoVD weitere Umfragen auf Papier sowie einen Kreativstand an, an dem Kinder Schirmmützen bemalen konnten. Besonders engagiert zeigte sich Sora Rasching, die Enkelin der Vorsitzenden des SoVD-Stadtverbandes. Sie unterstützte nicht nur beim Basteln, sondern sammelte mit einem Klemmbrett auch Umfragestimmen entlang der Marktstände. Interesse an der Aktion zeigten zudem Marktbeschicker sowie Vertreter verschiedener Parteien, die die Gelegenheit nutzten, sich über die Ziele und Inhalte des Projekts zu informieren.

Vier Vorsitzende kandidieren selbst

Eine Besonderheit der diesjährigen Kommunalwahl ist für den SoVD die Kandidatur von gleich vier Vorsitzenden benachbarter Ortsverbände für kommunalpolitische Ämter. Die drei Wunstorferinnen kandidieren in Wunstorf, Tanja Weiß in Neustadt. Nach Angaben des Landesverbandes ist dies ein Novum. Am 8. August setzen die Ortsverbände ihre Kampagne in Neustadt fort. Unter dem Motto „Der SoVD bewegt sich zur Wahl“ wird von 10 bis 14 Uhr ein mobiler Informationsstand an drei Standorten in der Innenstadt unterwegs sein. Auch dort können die Besucher wieder mit roten Bällen über die für sie wichtigsten Themen abstimmen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
north