Die Sanierungsarbeiten am Stadttheater haben eine neue Phase erreicht. Seit ein paar Wochen ist die Spielstätte geschlossen. Bis in den Herbst wird unter anderem die Bühnentechnik modernisiert, die Installation sicherheitsrelevanter technischer Anlagen wie etwa einer Absturzsicherung am Orchestergraben und Arbeiten an der Brandmeldeanlage vorgenommen. Außerdem finden vorbereitende Maßnahmen für die Umgestaltung der WC-Anlagen im Obergeschoss statt. Am Montag (20. April) hat sich der Arbeitskreis Stadttheater mit den laufenden und den noch ausstehenden Vorhaben befasst. Diskussionsstoff gab es dabei reichlich, wie Teilnehmer berichten.
Insbesondere das künftige Sitzplatzkontingent des Theaters bereitet den Veranstaltern Sorgen. Durch die geplante Umgestaltung und Modernisierung des Foyers sowie des Technikraums würden nach derzeitiger Planung weitere Sitzplätze wegfallen. Die Kapazität des Stadttheaters läge damit künftig nicht mehr bei rund 500 Plätzen, sondern darunter. Diese Marke gilt in der Veranstaltungsbranche jedoch als wichtiger Schwellenwert: Produktionen, Ensembles und Künstler wählen ihre Spielstätten offenbar auch danach aus, ob ein Saal diese Größenordnung erreicht. Ein dauerhaft geringeres Platzangebot könnte sich daher nach Einschätzung der Beteiligten nachteilig auf die Attraktivität und Vermarktung des Stadttheaters auswirken.
Das Foyer spielt eine zentrale Rolle. Künftig ist dort eine neue räumliche Strukturierung der Bereiche für Catering und Garderobe vorgesehen. Da die Platzverhältnisse begrenzt sind, müssen die Details jedoch noch weiter diskutiert und eng mit den Nutzern abgestimmt werden. Ebenfalls intensiv beraten wurden die Entwürfe eines beauftragten Architekturbüros zur künftigen Fassadengestaltung. Die vorgelegten Vorschläge sorgten zunächst für Verwunderung, bieten aus Sicht einzelner Teilnehmer aber durchaus die Chance, das Gebäude architektonisch stärker hervorzuheben. Andere Stimmen bewerten die Entwürfe hingegen kritisch. Vor diesem Hintergrund hat sich der Arbeitskreis darauf verständigt, dass die Verwaltung zwei Varianten für die politische Entscheidung in den Gremien vorbereiten soll. Erst nach Abschluss dieses Abstimmungsprozesses sollen die Arbeiten an der Fassade beginnen. Das könnte noch in diesem Jahr geschehen.
Die Umbaumaßnahmen im Foyer, die unter anderem den Catering- und Garderobenbereich sowie den Arbeitsplatz der Bühnentechniker betreffen, sind dagegen erst für das nächste Jahr vorgesehen, um die Einschränkungen für die Nutzer möglichst gering zu halten. Es wird also eine weitere Schließzeit des Stadttheaters im Jahr 2027 geben müssen.