Seeentwicklungsplan Teil 2 | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Seeentwicklungsplan Teil 2

Stege am Meer: Hier soll auch künftig entschlammt werden. (Foto: wb)
Stege am Meer: Hier soll auch künftig entschlammt werden. (Foto: wb)
Stege am Meer: Hier soll auch künftig entschlammt werden. (Foto: wb)
Stege am Meer: Hier soll auch künftig entschlammt werden. (Foto: wb)
Stege am Meer: Hier soll auch künftig entschlammt werden. (Foto: wb)

Vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) sowie der Region Hannover wurde der zweite Teil des Seeentwicklungsplanes für das Steinhuder Meer vorgelegt. Er gilt als fachlicher Fahrplan für weitere Schritte. Die Kernaussagen drehen sich um das Thema Schlamm. Zu lösen durch weniger Phosphoreinträge plus Entschlammung.

Reduktion der Schlammbildung

Deutlich wird vor allem der kausale Zusammenhang zwischen Schlammneubildung durch Phosphateinträge und daraus resultierenden Entschlammungsmaßnahmen. Langfristig wird es entscheidend sein, die Phosphoreinträge in den See zu reduzieren. Zielwert ist hier ein Eintrag von 50 Mikrogramm pro Liter, was einer jährlichen Grundemission von rund 520 Kilogramm Phosphor entspricht. Der aktuelle Wert liegt fast viermal so hoch. Erreichen will man das durch eine offene Einstau-Aue nordwestlich des Südbachdükers am Winzlarer Grenzgraben. Am Hochmoorgraben sollen nährstoffreiche Abflüsse aus ehemaligen und teils nicht aktiven Torfabbauflächen im Toten Moor zurückgehalten werden. Außerdem denkt man an Maßnahmen zur Oberflächenentwässerung in Steinhude und Großenheidorn. In Planung ist bereits ein Retentionsbodenfilter, der 2028 fertig sein soll. Durch Messungen sollen besonders belastete Einleitstellen identifiziert werden. Auch eine Erweiterung des Regenrückhaltebeckens in Steinhude soll geprüft werden.

Gezielte Entschlammung

Die gezielte Entschlammung wird weiterhin als notwendig eingestuft. Seit 1980 wurden jährlich im Durchschnitt 30.000 bis 40.000 Kubikmeter Schlamm entnommen. Die aktuelle mittlere jährliche Schlammneubildung wird auf rund 52.000 bis 64.000 Kubikmeter geschätzt. So lange die Schlammneubildung nicht sinkt, gilt sie weiterhin als Richtwert für Schlammentnahmen. Die Entnahme soll dort erfolgen, wo er die Nutzung und Unterhaltung besonders beeinträchtigt. Abschließend wird angemerkt, dass alle Akteure rund um das Steinhuder Meer Anfang des Jahres in die Erarbeitung des Planes einbezogen wurden. Auch wurden sämtliche Rückmeldungen fachlich geprüft und abgewogen. Eine Überprüfung der Tiefensituation hat ergeben, dass die räumliche Verteilung der Schlammauflagen und die Struktur der Deipen im Vergleich zu 2019 weitgehend unverändert geblieben ist. Allerdings gibt es auch Bereiche mit geringerer Schlammmächtigkeit. Ein Hinweis darauf, dass Schlammumlagerungen im Steinhuder Meer ein dynamischer Prozess sind.

Tiefenmessung

Zwischen dem 25. März und 2. Juli hat der Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) Tiefenmessungen im Steinhuder Meer durchgeführt. Auf einer gesamten Streckenlänge von 1.100 Kilometern wurde mit Ultraschall vermessen. Außerdem wurden knapp 1000 Handlotungen durchgeführt. Der Verein investierte ungefähr 1000 Arbeitsstunden in diese Arbeit, die ehrenamtlich erbracht wurden. Wind, Regen, Regattabetrieb und Motorschäden am Boden verzögerten zeitlich die Messungen. Nach einer ersten Einschätzung geht man davon aus, dass die Schlammmenge im Vergleich zu den Messungen 2019 höher sein wird.

    Management Wasserhaushalt

    Für das Wasserhaushalt Management werden bessere Daten benötigt. Zum Beispiel zu Zuflüssen, Grundwasser, Wasserstand und möglichen Folgen des Klimawandels. Der Aufwand hierfür wird mit rund 450.000 Euro beziffert.


    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Freie Journalistin
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