Bei der ersten Veranstaltung des Vereins zum Erhalt des Steinhuder Meeres zum Thema „Ein See in Not. Rette das Steinhuder Meer“ reichten die Plätze in den Strandterrassen nicht aus. So viele waren gekommen, um mit den Experten zu diskutieren. In der zweiten Runde ging es um den Entwurf des Seeentwicklungsplans II. In einer kurzen Einführung erläuterte Wilhelm Bredthauer, dass es nicht die Lösung für die aktuellen Probleme am Steinhuder Meer wie Schlamm und niedriger Wasserstand geben wird.
Man wird Kompromisse eingehen müssen. In einem Filmbeitrag wurde den Anwesenden noch einmal die aktuelle Problematik am Steinhuder Meer vor Augen geführt. Da sind zu einem die Deipen, die ihre Funktion aufgrund der Verschlammung verloren haben, die Veränderung der Strömung und zum anderen das Problem der Wasserregulierung. Woran das alles liegt, was aus Expertensicht möglich ist, beantwortete ein Film basierend auf der Veranstaltung im Oktober 2025. Noch einmal erläuterte die damalige Expertenrunde, was in den letzten Jahren schief gegangen ist. Da sind zum einen die Meerbruchwiesen, die früher als Verlandungsgebiet dienten. Heute liegen sie 50 Zentimeter unter dem Meeresspiegel. Oder Nährstoffeinträge wie Phosphor zum Beispiel durch Regenwassereinleitungen oder landwirtschaftliche Flächennutzung.
Da die Polder voll sind, gibt es aktuell keine Entscheidung zur weiteren Schlammentnahme geschweige denn zu einer Entschlammung der Deipen. Das Schneerener Moor ist, wie von der VESM gefordert, tabu. Man setzt auf eine Verbesserung der Wasserqualität, die zu mehr Wasserpflanzen führen soll. Ein Prozess, der aber fünf bis zehn Jahre dauern würde. Nur hat man diese Zeit überhaupt noch?
In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass man sich zeitnahe Maßnahmen wünscht. Außerdem kam die Forderung auf, dass man lauter werden müsse. Sonst würde man in Hannover nicht gehört werden. Damit war nicht nur die dort ansässige Landesregierung gemeint, sondern auch die vielen Tagestouristen aus der Landeshauptstadt. Ihnen müsste man klar machen, dass ihr Naherholungsgebiet in Gefahr ist. Zumindest was das Land betrifft, konnte Bürgermeister Carsten Piellusch mitteilen, dass die Problematik in der Staatskanzlei angekommen ist. So hat Piellusch die in der letzten Diskussion angesprochenen Dinge mit Ministerpräsident Olaf Lies besprochen und ihn eingeladen, sich die Problematik einmal vor Ort anzusehen. Außerdem fordert er, dass mehr entschlammt wird. So ging man bisher von einer zu geringeren Neubildungsrate aus. Im Entwurf des Seeentwicklungsplans II wurde diese Zahl bereits korrigiert.
Abschließend gab es noch einen kurzen Blick in den Entwurf zum Seeentwicklungsplan II bevor Heinz Greten (Vorsitzender VESM) kritisierte, dass man aktuell nur den Zustand des Meeres im Jahr 2025 erhalten möchte. Der VESM fordert dagegen den guten Zustand im Jahr 1960 wiederherzustellen. Außerdem Schlammmessungen, Mitarbeit am Seeentwicklungplan II und ein Strömungsgutachten. Für dieses Engagement benötigt der VESM noch Unterstützung. Eine Gelegenheit dazu bietet die Mitgliederversammlung am 5. März, 18 Uhr, im Baltischen Segelverein.