Klare Meinung | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Klare Meinung

Informieren sich regelmäßig über den Zustand des Meeres: Mitglieder des Vereins bei einer Tiefenmessung im September 2025.  (Foto: wb)
Informieren sich regelmäßig über den Zustand des Meeres: Mitglieder des Vereins bei einer Tiefenmessung im September 2025. (Foto: wb)
Informieren sich regelmäßig über den Zustand des Meeres: Mitglieder des Vereins bei einer Tiefenmessung im September 2025. (Foto: wb)
Informieren sich regelmäßig über den Zustand des Meeres: Mitglieder des Vereins bei einer Tiefenmessung im September 2025. (Foto: wb)
Informieren sich regelmäßig über den Zustand des Meeres: Mitglieder des Vereins bei einer Tiefenmessung im September 2025. (Foto: wb)

Aktuell liegt der Entwurf zum Seeentwicklungsplan II (SEP II) vor. Die finale Version wird der Öffentlichkeit im Sommer vorgestellt. Bis dahin haben die beteiligten Institutionen und Nutzergruppen die Möglichkeit, den Entwurf zu kommentieren, so das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Und genau das hat der Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) bereits im Vorfeld der Podiumsdiskussion am 5. Februar ab 18. Uhr in den Strandterrassen getan. Eine Zusammenfassung.

Bekanntes Bild: Im Sommer sackt oft der Wasserstand ab. (Foto: wb)
Bekanntes Bild: Im Sommer sackt oft der Wasserstand ab. (Foto: wb)

Region legt Konzept vor

Die Region Hannover will das Steinhuder Meer ökologisch fit für die Zukunft machen. Der Entwurf zum Seeentwicklungsplan sieht Maßnahmen gegen Verlandung, Nährstoffeinträge und Klimafolgen vor. Auch Tourismus und Wassermanagement sollen nachhaltig gestaltet werden.

So beklagt der VESM, dass der Entwurf des SEP II ohne Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte des Gesamtsystems formuliert wurde. „Es wird eine gezielte natürliche Verlandung angestrebt“, analysiert der Verein und fordert die Berücksichtigung wirtschaftlicher Analysen bei der Beurteilung natürlicher Prozesse. Deutliche Defizite sieht man in der Analyse der Strömungsproblematik und verweist darauf, dass man schon seit Jahren ein Strömungsgutachten gefordert hat. Ein Gutachten, das seitens der Landesregierung bereits 2021 beschlossen wurde, seitens der Verwaltung aber als zu teuer und unnötig abgelehnt wurde, so der VESM.

Hinsichtlich des Schlamms wird darauf verwiesen, dass sich heute Schlamm in Bereichen befindet, wo es bisher keinen gab. Man befürchtet daher das Einsetzten einer stärkeren Verlandung. „Das wird im Entwurf in keiner Weise angemessen abgewogen“, so der Verein. Folglich sieht man das Steinhuder Meer aufgrund der Schlammentwicklung in einem existenzbedrohenden Zustand und wiederholt die Forderung nach Entschlammung der Deipen zwecks Wiederherstellung der ursprünglichen Strömung. Zur Einlagerung des Schlamms schlägt der Verein eine kleine Fläche von ungefähr 60 Hektar im Schneerener Moor vor. Dabei wird darauf verwiesen, dass Ausnahmen in der Naturschutzverordnung zum Zwecke der Erhaltung notwendiger Infrastruktur des Naturparks Steinhuder Meer samt Wasserfläche nicht ausgeschlossen sind.

Abschließend wird die Wiederansiedlung von Wasserpflanzen zur Fixierung des Schlamms im Hinblick auf die Erfahrungen aus den Jahren 2002 bis 2006 kritisch hinterfragt und die Aufnahme in SEP II gefordert. Außerdem soll die generelle Mitarbeit der Akteure vor Ort im Maßnahmenplan verankert werden. Der Verein empfiehlt dringend eine Erweiterung beziehungsweise Überarbeitung des vorliegenden Entwurfs. „Der aktuelle Planentwurf ist in der vorliegenden Fassung nicht geeignet, die aktuell zunehmenden Probleme durch Verlandung und Verschlammung zu lösen“, so der VESM.

Infoveranstaltung

Für den 5. Februar lädt der Verein zum Erhalt des Steinhduer Meeres zu einer Informationsveranstaltung zum Entwurf des Seeentwicklungsplanes II und zur Podiumsdiskussion vom 9. Oktober 2025 in die Strandterrassen ein. Thema werden dabei auch die Antworten der Experten zu den „Bierdeckelfragen” sein. Beginn ist 18 Uhr.


    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Freie Journalistin
    north