Weniger Termine, aber weiterhin große Vielfalt | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Weniger Termine, aber weiterhin große Vielfalt

Haben das neue Programm vorgestellt (v.li.): Hermann Kasten und Oliver Pohl. (Foto: tau)
Haben das neue Programm vorgestellt (v.li.): Hermann Kasten und Oliver Pohl. (Foto: tau)
Haben das neue Programm vorgestellt (v.li.): Hermann Kasten und Oliver Pohl. (Foto: tau)
Haben das neue Programm vorgestellt (v.li.): Hermann Kasten und Oliver Pohl. (Foto: tau)
Haben das neue Programm vorgestellt (v.li.): Hermann Kasten und Oliver Pohl. (Foto: tau)

Die aktuelle Saison des Kulturrings ist wegen des nächsten Sanierungsabschnitts im Stadttheater früher als üblich beendet worden. Die Arbeiten in Wunstorfs Spielstätte dauern planmäßig bis in den Herbst an, so dass die neue Spielzeit 2026/27 erst im November offiziell beginnen kann. Sie endet dann wieder im April des Folgejahres und fällt damit erneut vergleichsweise kurz aus, da auch 2027 mit einer weiteren Schließzeit des Stadttheaters zu rechnen ist. Wir berichteten bereits über den Stand der Sanierung (siehe hier). Statt der 17 Veranstaltungen der gerade abgelaufenen Saison sind für die Spielzeit 2026/27 lediglich 14 Termine vorgesehen. Wirtschaftlich sind die Einschränkungen für den Kulturring überschaubar, da der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet.

Nach dem Umbau im Jahr 2023: Das Stadttheater wird wiedereröffnet. (Archivbild: tau)

Sanierung des Stadttheaters

Die Sanierung des Stadttheaters erreicht eine neue Planungsstufe. Während im Gebäude bereits umfangreiche technische Arbeiten laufen, hat der Arbeitskreis über die künftige Fassadengestaltung und weitere Details der Modernisierung diskutiert. Politische Entscheidungen stehen noch aus.

Kulturmanager Oliver Pohl und der Erste Vorsitzende des Kulturrings, Hermann Kasten, haben das neue Programm bereits vorgestellt. Trotz der Umstände bietet es erneut eine große Bandbreite: Konzert, Comedy, Show, Musical, Schauspiel, Lesung und Kabarett stehen auf dem Spielplan. Die Attraktivität des Angebots spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wider. Der Online-Ticketverkauf zeigt, dass Gäste längst nicht mehr nur aus Wunstorf kommen, sondern aus einem deutlich größeren Einzugsgebiet. Die zurückliegende Saison gilt als eine der erfolgreichsten der vergangenen zehn Jahre. Sowohl die Zahl der Abonnenten als auch die der Besucher insgesamt sei gestiegen. Gleichzeitig verteuern sich jedoch die Einkaufspreise für Gastspiele und Produktionen. Eine Preisanpassung ist daher unumgänglich. Sie fällt mit einem Euro pro Veranstaltung allerdings moderat aus.

Erfolgreiche Abo-Modelle

Auch in der Spielzeit 2026/27 bietet der Kulturring wieder zwei Abonnement-Modelle an. Das Abo Flex kostet 108 Euro für vier individuell wählbare Veranstaltungen, weitere Termine können hinzugebucht werden. Einzelkarten im Abo kosten 27 Euro statt regulär 31 Euro. Das Große Abo umfasst acht festgelegte Veranstaltungen für 206 Euro, der Kartenpreis liegt hier bei 25,75 Euro. In beiden Modellen ist ein Sitzplatz garantiert, Ticketumtausch ist gegen eine Gebühr von fünf Euro möglich. Eine echte Erfolgsgeschichte: Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich die Zahl der Abonnenten verdoppelt, so Pohl und Kasten.

Lesung schon im September

Offiziell startet die neue Spielzeit im November mit dem Konzert „Cinema on Stage – Zauber der Filmmusik“ (12. November, um 19.30 Uhr im Stadttheater). Die tfn_philharmonie und Solisten präsentieren dabei bekannte Filmmelodien aus über 100 Jahren Filmgeschichte. Bereits zuvor, am Mittwoch, 23. September, ist jedoch eine Lesung in der Stadtschule geplant. Unter dem Titel „Mein richtiges Herz. Das ist anderswärts…!“ interpretieren Frank Suchland und Pianist Stephan Winkelhake Gedichte von Joachim Ringelnatz. Weitere Höhepunkte sind unter anderem das Schauspiel „Heimsuchung“ nach dem Roman von Jenny Erpenbeck, Shakespeares „Macbeth“ in englischer Sprache im modernen Inszenierungsstil und komplett auf Englisch, die Komödie „Barfuß im Park“ vom Ohnsorg-Theater Hamburg sowie der Kabarett-Jahresrückblick „Gut im Abgang“ von der Distel Berlin.

Musikalisch reicht das Angebot vom Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters über die „Zauberflöte“ bis hin zu Kabarett- und Comedy-Programmen von Christine Schütze und Daphne de Luxe. Den Abschluss bildet im März 2027 die „Komödie im Dunkeln“ vom Theater für Niedersachsen. Bereits zum zweiten Mal kommt übrigens GEO- und National Geographic-Fotograf Peter Gebhard ins Stadttheater, um mit seiner sympathischen Art über seine spannenden Reiseabenteuer mit seinem Oldtimer-Bulli „Erwin“ zu berichten. Die Live-Reportage ist unter anderem ein Beleg dafür, wie der Kulturring daran arbeitet, neue Formate nicht nur zu testen, sondern auch weiter aufzubauen. Die Nachfrage nach dem neuen Programm ist bereits jetzt spürbar – und das ganz ohne aktive Werbemaßnahmen, wie Pohl und Kasten betonen.

Mehr Nachhaltigkeit

  • Broschüre mit 3000 statt 4000 Exemplaren
  • Nur noch eine Karte mit allen Veranstaltungen fürs große Abo
  • Umweltbericht culture4climate
  • Weniger Plakate mit 8 statt 40


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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