70 Jahre Luftwaffe – ein Jubiläum in Zeiten globaler Unsicherheit. Standortältester Markus Knoll betont beim Neujahrsempfang auf dem Fliegerhorst die Bedeutung verlässlicher Partner und die außergewöhnliche Zusammenarbeit in Wunstorf.
„Die weltpolitische Lage führt uns täglich vor Augen, wie fragil Frieden und Stabilität sein können. Der seit Jahren andauernde Krieg in der Ukraine zeigt uns mit aller Deutlichkeit, dass militärische Gewalt wieder ein Mittel der Politik geworden ist – mitten in Europa. Selbst innerhalb bewährter Bündnisse wie der NATO werden Gebietsansprüche und Optionen formuliert, die im einfachsten Fall Fragen aufwerfen, im äußersten Fall jedoch zu erheblichen Verwerfungen führen und somit die Geschlossenheit des Bündnisses in Frage stellen könnten“, sagte Standortältester und Kommodore des LTG (Lufttransortgeschwader) 62 Markus Knoll.
Es werde in Zeiten der Unsicherheit und der Unruhe gelebt. Und gerade deshalb braucht es verlässliche Akteure, klare Werte und Partner, auf die sich verlassen werden könne. Für die Luftwaffe gelte das in besonderer Weise, in diesem Jahr wird 70 Jahre Luftwaffe gefeiert. Das bedeutet 70 Jahre Einsatz für Freiheit, Sicherheit und Demokratie, 70 Jahre Verantwortung im In- und Ausland, im Bündnis und für Deutschland.
Eine weitere verlässliche Konstante sei die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit des zivilen Umfelds mit allen Dienststellen des Fliegerhorst Wunstorf. „Die Einbettung in die Gemeinden, in das gesellschaftliche Leben und in die politische Landschaft rund um den Standort Wunstorf ist etwas, das ich in dieser Form und in dieser Qualität so noch nicht erlebt habe“, so Knoll. Diese Zusammenarbeit sei keine Selbstverständlichkeit, sie lebe von Offenheit, von Dialog und von gegenseitigem Vertrauen. Höhepunkte des Jahres 2025 seien unter anderem zahlreiche VIP Flüge in Einsatzgebiete gewesen, im Gazastreifen wurden durch Absetzen von Hilfsgütern Menschen geholfen, in Vorbereitung auf die Übergabe der Luftwaffe wurde das LTG mit der Durchführung eines sogenannten „Elephant Walk“ beauftragt. Es galt, so viele Luftfahrzeuge wie möglich in Bewegung zu setzen, das waren 20 A400M.
In Folge der Kampfhandlungen zwischen dem Iran und Israel wurde eine Vielzahl von deutschen Staatsangehörigen und EU-Bürgern aus Israel ausgeflogen, es wurden zwei A400M und knapp 50 Soldatinnen und Soldaten über eine Strecke von 20.000 Kilometern nach Neuseeland verlegt, sie führten über einen Zeitraum von zwei Wochen diverse Trainingsflüge durch. Die Übung sei geprägt gewesen von einer starken Partnerschaft mit den neuseeländischen Streitkräften, von offenen Armen und am Ende von einer tief verwurzelten Freundschaft mit den neuseeländischen Partnern.
Aber auch am Standort sei einiges passiert. Knoll dankte dem Verein Helfende Raben. Den Verein gibt es seit Oktober 2024, es wurden bisher über 30.000 Euro an Einrichtungen und Organisationen hier im Umland ausgeschüttet, im Bereich des Systemzentrums 23 ging mit Abschluss 2025 ebenfalls ein bewegtes Jahr dem Ende zu. Geprägt von diversen Instandsetzungsaufgaben, der (Re-)Fokussierung auf LV/BV und insbesondere der Gefechtsschadensinstandsetzung ukrainischer PATRIOT-Systeme.
Es erfolgen im Bereich des Systemzentrum 23 weiterhin die logistischen Vorbereitungen auf den Zulauf der neuen Luftverteidigungssysteme (IRIS-T, PATRIOT und ARROW) für Deutschland. Mit den Unterstützungsleistungen am Standort sowie der PATRIOT-Systemumrüstung für alliierte Nationen, wird sich das Systemzentrum 23 in 2026, mit Sicherheit erneut als zuverlässiger Partner bestätigen. Beginnend in diesem Jahr wird das LTG 62 einen Aufwuchs von circa 200 militärischen Dienstposten erfahren.
Weiterhin werde mit der Betankung von Helikoptern ein neuer Meilenstein im Fähigkeitsspektrum des A400M erreicht und jeden Tag, 24/7, 365 Tage im Jahr die Rolle als zuverlässiger Partner unter Beweis stellen. Knoll dankte dem Wunstorfer Musikschulorchester unter der Leitung von Elisabet Heineken. Zum Schluss wurde „Berliner Luft“, ein Marsch aus der Operette „Frau Luna“ gespielt. Ein besonderer Gast war Hauptfeldwebel Oliver Oelker mit seinem Falklandkarakara Carlos.