Einbindung der Gesellschaft | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Einbindung der Gesellschaft

Während seiner Neujahrsansprache auf dem Fliegerhorst: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: gi)
Während seiner Neujahrsansprache auf dem Fliegerhorst: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: gi)
Während seiner Neujahrsansprache auf dem Fliegerhorst: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: gi)
Während seiner Neujahrsansprache auf dem Fliegerhorst: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: gi)
Während seiner Neujahrsansprache auf dem Fliegerhorst: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: gi)

Es ist zur Tradition geworden, dass auf dem Neujahrsempfang des Standortältesten des Fliegerhorstes der Bürgermeister der Stadt Wunstorf eine Neujahrsansprache hält. „Wir erleben eine Phase tiefgreifender Umbrüche in der europäischen und globalen Sicherheitsordnung. Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine dauert seit fast vier Jahren an, es ist eine zunehmende systemische Rivalität festzustellen, die scheinbar kompromisslose Verfolgung nationaler Interessen durch die USA führt zu internationalen Irritationen und Verwerfungen, hybride Bedrohungen und technologische Sprünge markieren eine sicherheitspolitische Zeitenwende, die nicht nur ein Schlagwort, sondern handlungsleitende Realität ist. Man könnte auch sagen: die Welt scheint immer verrückter zu werden“, sagte Bürgermeister Carsten Piellusch. Es hätten sich Dinge verändert, auf die reagiert werden müsse.

Kritische Infrastrukturen schützen

Sicherheitspolitik sei heute vor allem ohne die Einbindung der Gesellschaft nicht denkbar. Politische Führung bedeute folglich, militärische Verteidigungsfähigkeit zu stärken, zivile Unterstützung zu organisieren und die Resilienz der Bevölkerung zu fördern. Es gehe insbesondere um einen neuen sicherheitspolitischen Konsens unserer Gesellschaft. „Wir müssen verstehen, dass wir uns in einer Phase zwischen Krieg und Frieden befinden. Sabotage, Spionage, Drohnenattacken, Desinformation und Cyberangriffe belegen dies“, so der Bürgermeister. Der Ukrainekrieg mag manchem noch fern erscheinen. In Wirklichkeit könne ein Krieg jederzeit auf das NATO-Territorium überschlagen. Die Stadt Wunstorf sei nur ein kleiner Teil im Sicherheitspuzzle Deutschlands. „Aber auch wir erweitern unsere Aktivitäten im Bereich der Sicherheit“, berichtete Piellusch.

Operationsplan Deutschland

Die Stadt liegt an wichtigen Ost-West-Verkehrsadern. „Darum befassen wir uns mit unserer Rolle im Operationsplan Deutschland und bei entsprechenden Truppen- und Fluchtbewegungen“, sagte Piellusch. Es gibt Verbindungen zum Kommando Zivil-Militärische Zusammenarbeit in Nienburg, im vergangenen Jahr wurde an der Übung Joint Kooperation 2025 teilgenommen, das Sirenennetz ertüchtigt, einem Service-Operation-Center - kurz SOC - angeschlossen, um die IT-Sicherheit und damit die Handlungsfähigkeit 24/7 sicherstellen zu können, ein Stab aufgestellt, die Stadtverwaltung und Blaulichtorganisationen unter einem Dach vereint, eine Verwaltungsstruktur 2035 neu aufgestellt und an Fortbildungsveranstaltungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe teilgenommen. „Wir wollen unseren Beitrag zur Sicherheit unserer Bevölkerung leisten, können das aber nicht allein“, merkte der Bürgermeister an. Auch die Bevölkerung selbst müsse wieder stärker Eigenvorsorge betreiben.

LTG leistet großen Beitrag

Piellusch hob das LTG 62 hervor, es leiste in beeindruckender Weise einen Beitrag für die Sicherheit der Bürger, immer wieder. Die Bundeswehrfeuerwehr habe sich beim Rettertag im September 2025 in der Innenstadt präsentiert, sie knüpfte damit an ihr Engagement beim Großbrand des Pelzgebäudes an. So stellt sich der Verwaltungschef eine Arbeit vor, die Hand in Hand gehe. Dank sagte der Verwaltungschef dem Verein „Helfende Raben“. Sein Engagement habe Gutes bewirkt und ist Ausdruck des ausgezeichneten Miteinanders von Standort und zivilem Umfeld. Das Projekt kurze Wege, die Wunstorfer Tafel oder der Tierschutzverein Wunstorf würden diese Unterstützung sehr schätzen. „Ich wünsche uns allen Mut, Optimismus und Zuversicht für die kleinen und großen Aufgaben, die vor uns liegen. Möge es dem Geschwader und der Stadt viel Gutes bringen“, so Piellusch am Schluss seiner Ansprache.

Spielt auf: Das Wunstorfer Musikschulorchester.  (Foto: gi)
Spielt auf: Das Wunstorfer Musikschulorchester.  (Foto: gi)

70 Jahre Luftwaffe

70 Jahre Luftwaffe – ein Jubiläum in Zeiten globaler Unsicherheit. Standortältester Markus Knoll betont die Bedeutung verlässlicher Partner und die außergewöhnliche Zusammenarbeit in Wunstorf. Rückblick auf Einsätze und Ausblick auf neue Herausforderungen.

Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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