Bessere Anbindung per Bahn | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Bessere Anbindung per Bahn

Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd.  (Foto: Stadt Wunstorf)
Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd. (Foto: Stadt Wunstorf)
Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd. (Foto: Stadt Wunstorf)
Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd. (Foto: Stadt Wunstorf)
Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd. (Foto: Stadt Wunstorf)

Die Stadt setzt die Weiterentwicklung des geplanten trimodalen Logistikstandortes im Gewerbegebiet Wunstorf-Süd östlich der Adolf-Oesterheld-Straße fort und berücksichtigt dabei erstmals eine alternative Gleisführung. Mit dem neuen Ansatz erhält der Standort bessere Anschlussmöglichkeiten, da Züge künftig aus beiden Richtungen einfahren können.

Hintergrund der Planungen

Bereits 2012 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, den Aufbau eines trimodalen Logistikschwerpunktes weiter voranzutreiben. Grundlage bildete damals eine Machbarkeitsstudie, die ein von Osten kommendes Gütergleis vorsah, das in einem Bogen westlich und südlich um den Luther Forst geführt werden sollte. Vertiefende Untersuchungen 2013 sowie eine konkretisierende Planung 2015 bestätigten zunächst diese Trassenidee. Die DB InfraGO AG hat inzwischen angekündigt, dass die Stellwerkstechnik im Bereich Wunstorf voraussichtlich 2034/35 erneuert wird. Diese anstehende Modernisierung eröffnet nun andere Möglichkeiten der Ausfädelung des Gütergleises. Das Gleis würde nicht mehr westlich des Luther Forstes ins Gewerbegebiet führen, sondern östlich. Züge könnten sowohl aus Richtung Minden als auch aus Richtung Seelze einfahren, was eine deutlich flexiblere Nutzung ermöglicht. Auch ergibt sich eine kürzere Trassierung zum Gebiet, was die Planung effizienter macht.

Hoher Flächenbedarf

Bevor der nächste Bebauungsplanabschnitt für die Logistikflächen östlich der Adolf-Oesterheld-Straße gestartet wird, soll das gesamte städtebauliche Konzept an die veränderte Gleisanbindung angepasst werden. Damit soll sichergestellt werden, dass sich alle Erweiterungsschritte logisch in das Gesamtkonzept einfügen. Zugleich wird der nächste Bauabschnitt vorbereitend strukturell entwickelt. Dabei muss auch die geplante Radwegeanbindung nach Seelze berücksichtigt werden, die entlang der bisherigen Bahntrasse verlaufen soll. Die Stadt weist darauf hin, dass die weitere Entwicklung des Logistikstandortes mit einem erheblichen Flächenverbrauch und Auswirkungen auf hochwertige landwirtschaftliche Böden sowie Lebensräume von Wildtieren einhergeht. Diese Eingriffe sollen jedoch durch die besondere Lagegunst des Gebietes – mit Anbindung an Straße, Wasserstraße und Schiene – gerechtfertigt werden. Voraussetzung sei, dass dieses Potenzial auch tatsächlich genutzt wird.

Weitere Entwicklung

Der Aufstellungsbeschluss für den zweiten Bauabschnitt im Industriegebiet östlich der Adolf-Oesterheld-Straße (Luther Forst) soll voraussichtlich im 3. oder 4. Quartal diesen Jahres erfolgen. „Für das Projekt ist zunächst eine weitere Klärung des genauen Geltungsbereichs erforderlich”, sagt Stadtsprecher Daniel Pfingsten auf Nachfrage. Auf dieser Grundlage könne abschließend die konkrete Planung erfolgen. Derzeit werden die Rahmenbedingungen sowie möglichen Bauabschnittsbildungen abgestimmt. „Damit vermeiden wir Detailbegründungen zu einzelnen Maßnahmen”, so Pfingsten. Demnach sind die Artenschutzkartierung (Vogelkartierung) vollständig abgeschlossen und die Ingenieurbüros bereits in die vertiefte Planung eingestiegen. Die Vermarktung des Gebietes soll nach aktuellem Stand in den Jahren 2028/2029 möglich sein.

Auf der anderen Seite der Adolf-Oesterheld-Straße (Niedere Wanne) geht die Vermarktungsphase von Grundstücken mit einer Größe zwischen 1000 und 5000 Quadratmetern für kleinere und mittlere Gewerbebetriebe weiter.

Leserbrief

Ackerboden ist lebenswichtiger

Wieder einmal sollen hochwertige Landwirtschaftsböden sowie Lebensräume von Wildtieren zerstört, zu lebensfeindlichen Lager- und Verkehrsflächen umgewandelt werden. Es ist zum Verzweifeln! Um so mehr als es sich um eine Wette auf eine Wirtschaftswachstums-Zukunft handelt, die in mehrfacher Hinsicht fragwürdig und ungewiss ist.
Die Folgen der gegenwärtigen Ölkrise zeigen sich zunächst in den Kraftstoffpreisen und zeitnah in ihrer Auswirkung auf steigende Preise von Lebensmitteln und möglicherweise auch baldige Versorgungsengpässe, da wir diesbezüglich in hohem Maße von Einfuhren aus Übersee abhängen. Die Aufrüstungspolitik unserer Bundesregierung zeigt sich getrieben von der Erwartung zunehmender internationaler Konflikte. Sollte dies zutreffen, werden die genannten Auswirkungen zukünftig noch drastischer zu spüren sein. Zur Herstellung einer Verteidigungsfähigkeit ist die Sicherstellung ausreichender eigenständiger Lebensmittelversorgung von größter Wichtigkeit.
Wir sollten froh sein über jede noch vorhandene gesunde Bodenfläche und sollten unsere heimische Landwirtschaft bei der wirtschaftlichen Nutzung dieser Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln unterstützen! Die Herstellung und Nutzung regionaler Versorgungsstrukturen ermöglicht nicht nur günstigere Preise für gesündere Lebensmittel, sie reduziert zudem den Bedarf an Flächen und Energie für Logistik.
Daher mein Appell an alle betreffenden politischen und administrativen Stellen, Ziele, Planungen und Maßnahmen in diesem Sinne neu zu orientieren!


Rolf Baden, Wunstorf


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
    north