Der Integrationsbeirat hat sich in seiner ersten Sitzung des Jahres intensiv mit den Themen Vielfalt und Integration beschäftigt. Zu Gast war die Leiterin des Polizeikommissariats Wunstorf, Britta Schwarz, die anhand ihrer beruflichen Laufbahn Einblicke in die Entwicklung interkultureller Kompetenz innerhalb der Polizei gab. Schwarz schilderte, wie bereits in den 1990er Jahren die Sensibilisierung der Polizeibeamten für die unterschiedlichen Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte begann. Viele hätten in ihren Herkunftsländern andere Formen polizeilicher Arbeit kennengelernt, was in Einsatzsituationen zu Missverständnissen führen könne. Ziel sei daher ein sensibles Vorgehen und gegenseitiger Respekt. Im Polizeikommissariat selbst nehme zudem die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund stetig zu. Dies sei nicht nur bei Sprachbarrieren von Vorteil, sondern fördere auch das gegenseitige Verständnis und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der Arbeit des Familienzentrums Stiftskita durch Koordinatorin Denise Vogel. Im Mittelpunkt steht dort das Familiensprachbildungsprogramm „Rucksack“, das sowohl den Spracherwerb der Kinder als auch die Erziehungskompetenz der Eltern stärkt. Darüber hinaus bietet das Familienzentrum zahlreiche weitere Angebote wie Spielgruppen und Aktivitäten für Familien. Der Integrationsbeirat unterstützt diese Arbeit regelmäßig durch finanzielle Mittel zur Verbesserung der Ausstattung.
Die Mitglieder des Beirats befassten sich außerdem mit den aktuell geltenden Regelungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Derzeit erhalten viele geflüchtete Menschen keine Zulassung zu Integrationskursen, darunter Personen mit Aufenthaltsgestattung, Duldung und Menschen aus der Ukraine. Betroffen seien damit fast alle, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Erst mit Erteilung eines Aufenthaltstitels oder einer Aufenthaltserlaubnis bestehe wieder ein Anspruch auf Kurse, was sich über Monate oder Jahre hinziehen könne. Der Integrationsbeirat kritisierte diese Regelung als Rückschritt in der Integrationspolitik. Vorsitzender Joaquim Braga erklärte: „Es ist zu begrüßen, dass Menschen, die in unserer Kommune ankommen, früher arbeiten dürfen. Die Kürzung im Bereich Spracherwerb sehe ich jedoch sehr kritisch und sie müsste dringend überdacht werden.“