Die Kriminalstatistik für Wunstorf zeigt insgesamt weniger Straftaten, aber deutliche Verschiebungen. Während Fahrraddiebstähle und Jugendkriminalität zurückgingen, nahmen Wohnungseinbrüche, Körperverletzungen und Gewalt gegen Polizeibeamte teils deutlich zu. „Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,36 Prozent von 2496 auf 2437 gesunken“, sagte der Leiter Kriminal- und Ermittlungsdienst des Wunstorfer Polizeikommissariates, Christoper Thürnau, in einem Gespräch mit der hiesigen Presse. Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,53 von 58,29 auf 55,77 Prozent gesunken.
Angestiegen sind Ladendiebstahl um 33,86 Prozent, das sind 170 Fälle, im vergangenen Jahr waren es 127. Auch bei den Taschendiebstählen gab es eine Steigerung von 29,03 Prozent (31 auf 40 Fälle). Gesunken ist die Zahl der Fahrraddiebstähle um 18,41 Prozent von 201 auf 164 Fälle. „Hier setzt sich der Trend aus dem Vorjahr fort. Trotzdem bleibt insbesondere der Bahnhof ein Brennpunkt für Fahrraddiebstähle und wird weiter Gegenstand einer ständigen polizeilichen Bewertung sein“, sagte Thürnau. Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen liegt nur bei 3,05 Prozent, die Anzeigeerstattungen erfolgen häufig digital mit Zeitverzug. Hier seien Sofortmaßnahmen durch die Polizei nicht mehr erfolgversprechend. Deutlich angestiegen ist die Zahl von Wohnungseinbrüchen um 62,16 Prozent auf jetzt 60 Fälle. „Taschendiebstähle wie auch Wohnungseinbruchdiebstähle sind Phänomene, die sich repressiv nur schwer fassen lassen. Daher setzen wir auf ein ganzheitliches Präventionskonzept, das bei den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern beginnt. Alle sind gefordert, wachsam zu sein, um das Entdeckungsrisiko zu steigern“, so der Beamte.
Betrugsdelikte sind rückläufig um 17,48 Prozent von 309 auf 255 gefallen, maßgeblich sei der Rückgang auf den Bereich Beförderungserschleichung zurückzuführen. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind um 14,81 Prozent von 81 auf 69 gefallen. Es gab dagegen ein Anstieg um 13,82 Prozent bei Körperverletzungsdelikten von 275 auf 313 Fälle. Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte (Widerstand und tätlicher Angriff) ist um 136,36 Prozent angestiegen (von 11 auf 26 Fälle. Polizistinnen und Polizisten wurden nur leicht verletzt, der Genuss von Alkohol und Reisende, die am Bahnhof aus dem Zug geholt wurden, spielten dabei eine Rolle. „Gewalt gegen Einsatz- und Rettungskräfte bleibt für mich absolut inakzeptabel. Besonders freue ich mich darüber, dass uns keine Straftaten gegen Rettungskräfte bekannt geworden sind. Dies spricht für eine besondere Akzeptanz der Haupt- und Ehrenamtlichen“, sagte Kommissariatsleiterin Britta Schwarz.
Die Zahl der Sachbeschädigungen ist um 4,62 Prozent gestiegen (von 260 auf 272), nach dem es im Vorjahr einen starken Rückgang gegeben hatte. Der Gesamtanstieg sei auf eine Häufung von zerkratzten Pkw im Jahr 2025 zurückzuführen (Anstieg Sachbeschädigung an Kfz um 42 Prozent von 100 auf 142 Fälle. Gefallen sind Rauschgiftdelikte um 64,33 Prozent von 101 auf 33 Fälle. „Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass in der Vorjahresstatistik noch ein Quartal vor Einführung des Cannabisgesetzes abgebildet war, im Jahr 2025 das Cannabisgesetz aber nun ganzjährig gültig war“, so Thürnau. Auch hier handele es sich um ein Delikt mit sehr hoher Aufklärungsquote, so dass sich der Rückgang negativ auf die Gesamtaufklärungsquote auswirkt.
Bei der Jugendkriminalität gab es einen Rückgang um 16,47 Prozent von 340 auf 284 Fälle. Thürnau: „Ich freue mich über diesen Trend. Kommunale Angebote von Jugendeinrichtungen sowie tragfähige Netzwerke zwischen Polizei und Schulen dürften sich hier durchaus positiv auswirken.“ Nachdem Häusliche Gewalt im letzten Jahr entgegen dem globalen Trend leicht rückläufig war, ist hier eine Steigerung um 27,81 Prozent zu verzeichnen von 151 auf 193 Fälle. „Im Bereich der Bekämpfung häuslicher Gewalt haben wir in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern intensiviert. Die Entwicklung der Fallzahl ist für mich ein Indiz, dass unsere Bemühungen, häusliche Gewalt aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld zu holen, Früchte tragen“, beurteilte der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes die Situation.