Mit einem Tischabendmahl beginnt die Stiftsgemeinde den stimmungsvollen Übergang von der Karwoche in die Osterzeit. Gleich fünf festliche Tage markieren den Weg vom Dunkel ins Licht. Höhepunkte sind die ökumenische Osternacht am Samstag mit drei nächtlichen Taufen sowie der Osterfestgottesdienst am Sonntag, an dem Stiftskantorin Claudia Wortmann verabschiedet wird.
Das Tischabendmahl am Gründonnerstag, 2. April um 18 Uhr im Gemeindehaus, läutet das älteste und höchste Fest der Christen ein. In der Tradition der frühen Kirche verbindet es ein gemeinsames Abendbrot mit der Abendmahlsfeier an einem festlich gedeckten Tisch. Wer teilnimmt, wird gebeten, etwas zum Buffet beizutragen. Pastor Volker Milkowski gibt in einer Bildbetrachtung Impulse zum letzten Mahl Jesu. In diesem Jahr spricht er über das Dessauer Abendmahl von Lucas Cranach dem Jüngeren, das der Reformation ein besonderes Denkmal gesetzt hat. An der gedeckten Tafel haben Gespräche, Lieder und die Vorstellung der neuen Osterkerzen ihren Platz. Diese werden traditionell zwischen der Stifts- und der St.-Bonifatiusgemeinde als Zeichen ökumenischer Verbundenheit ausgetauscht.
Die ökumenische Osternacht beginnt am 4. April um 21 Uhr mit dem Entzünden des Osterfeuers vor der Stiftskirche. Anschließend werden unter freiem Himmel die großen Osterkerzen entzündet und gesegnet. Der Einzug der mehr als einen Meter hohen Kerzen in die dunkle Kirche, der dreifache Lichtruf, das Osterlob und der Gottesdienst bei Kerzenschein schaffen eine eindrucksvolle Atmosphäre. In diesem Jahr finden drei Taufen in der Nacht statt. Wenn nach dem Osterevangelium die vier Glocken mit vollem Geläut einsetzen, ertönt der Osterruf „Christus ist erstanden“. Der etwa zweistündige Gottesdienst wird bei kühlen Temperaturen gefeiert, weshalb warme Kleidung empfohlen wird. Im Anschluss laden die Pfadfinder zum Osterlammessen ins Gemeindehaus ein.
Im Festgottesdienst am Ostersonntag um 10 Uhr in der Stiftskirche endet für Kreis- und Stiftskantorin Claudia Wortmann nach 20 Jahren eine prägende musikalische Zeit. Ein letztes Mal spielt sie an der Eduard-Meyer-Orgel. Kantorei, Schola und zahlreiche ihrer 60 Orgelschüler gestalten den Gottesdienst musikalisch mit. Superintendent Rainer Müller-Jödicke würdigt Wortmanns langjähriges Wirken und entbindet sie aus ihrer Verantwortung. Auch der Kirchenvorstand dankt ihr herzlich. „Claudia Wortmann hat mit ihrer Musik dem Wunstorfer Stiftshügel ein freundliches Gesicht gegeben und viele Menschen begeistert“, sagt Reinhard Bruns. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einem Empfang im Gemeindehaus ein.