Der Bauausschuss befasst sich in seiner Sitzung am 18. Juni mit den anhaltenden Problemen auf den Sportplätzen des TSV Kolenfeld und einem dazu vorliegenden Antrag des Ortsrates. Ausgangspunkt ist eine Ortsbegehung im April, bei der Vertreter des Vereins, des Ortsrates und der Verwaltung die Situation vor Ort begutachtet haben. Dabei wurde deutlich, dass sich nach Regenfällen regelmäßig Wasser auf den Plätzen staut und nicht abfließt. In der Folge müssen die Plätze häufig gesperrt werden. Hinzu kommt, dass Auffangbecken und Drainagen teils verschlammt oder überwuchert sind und ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Bisherige Maßnahmen wie das Spülen der Drainagen oder das Lüften des Rasens hätten jeweils nur kurzfristige Verbesserungen gebracht. Für den TSV hat das konkrete Folgen: Trainings- und Spielzeiten können nicht verlässlich eingehalten werden, der Verein muss auf Fremdplätze ausweichen oder Hallenzeiten verlängern. Das führt zu zusätzlichen Kosten und wirkt sich laut Darstellung des Vereins auch sportlich negativ aus, etwa durch den Verlust des Heimrechts.
Nach Einschätzung der Verwaltung sind die Probleme strukturell bedingt. Eine Lehmschicht in etwa 15 Metern Tiefe verhindere das Versickern des Wassers, zudem lägen die Sportplätze insgesamt zu tief. Das Gelände gleiche einer „Wanne“, in der sich Niederschläge sammeln. Ein einfaches Abpumpen würde demnach keine nachhaltige Verbesserung bringen. Auch zusätzliche Drainagen seien nur dann sinnvoll, wenn das Wasser tatsächlich abgeleitet werden könne – hierfür wären Abstimmungen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Als grundlegende Lösung wird eine Höherlegung der Plätze genannt, die allerdings mit erheblichen Kosten verbunden wäre und nur über entsprechende Haushaltsmittel realisierbar ist. Der Ortsrat Kolenfeld hat auf die anhaltenden Probleme reagiert und einen umfassenden Antrag beschlossen. Die Verwaltung soll unter anderem ein Bodengutachten für das gesamte Areal in Auftrag geben, Gespräche mit dem zuständigen Amt zur Spülung eines Dükers führen, Gräben sowie Auffang- und Rückhaltebecken zeitnah räumen lassen, zusätzliche Drainagen und notwendige Genehmigungen prüfen, einen Zuschuss für die Rasenpflege untersuchen und Kosten und Fördermöglichkeiten für einen Kunstrasenplatz ermitteln.
Gerade der mögliche Bau eines Kunstrasenplatzes wird vom Verein als Perspektive gesehen. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei Wunstorf hier deutlich schlechter ausgestattet. So werden die Städte Barsinghausen und Garbsen genannt. Barsinghausen verfüge demnach über vier Kunstrasenplätze bei sechs Vereinen und Garbsen über vier bei neun Vereinen. In Wunstorf gebe es jedoch bei acht Vereinen lediglich einen Kunstrasenplatz, und zwar den in Luthe.