Wärmenetz für Innenstadt | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Wärmenetz für Innenstadt

Kommunale Wärmeplanung: Untersucht wird derzeit die Machbarkeit eines Wärmenetzes mit verschiedenen Versorgungsvarianten.  (Foto: KI generiertes Bild)
Kommunale Wärmeplanung: Untersucht wird derzeit die Machbarkeit eines Wärmenetzes mit verschiedenen Versorgungsvarianten. (Foto: KI generiertes Bild)
Kommunale Wärmeplanung: Untersucht wird derzeit die Machbarkeit eines Wärmenetzes mit verschiedenen Versorgungsvarianten. (Foto: KI generiertes Bild)
Kommunale Wärmeplanung: Untersucht wird derzeit die Machbarkeit eines Wärmenetzes mit verschiedenen Versorgungsvarianten. (Foto: KI generiertes Bild)
Kommunale Wärmeplanung: Untersucht wird derzeit die Machbarkeit eines Wärmenetzes mit verschiedenen Versorgungsvarianten. (Foto: KI generiertes Bild)

Die Diskussion um ein mögliches Wärmenetz in Wunstorf und insbesondere in der der Innenstadt hat nach Kritik der CDU und einer Anfrage des Wunstorfer Stadtanzeigers neue Dynamik gewonnen. Die CDU hatte öffentlich bemängelt, dass Ergebnisse einer seit längerem angekündigten Machbarkeitsstudie weiterhin ausstehen. Mehrfach seien Termine für die Vorlage genannt worden, erst Februar, dann zuletzt Ende Juni 2026, ohne dass Ergebnisse präsentiert wurden. Die Partei kritisierte mangelnde Transparenz und forderte konkrete Aussagen zur geplanten Einbindung der Innenstadt. „Wenn immer wieder gesagt wird, dass man die Fußgängerzone auch deshalb umfangreich sanieren müsse, um die Fernwärmeleitungen gleich mitdenken zu können, dann möchten wir schon wissen, ob Fernwärme dort eine Option ist”, so der CDU-Vorsitzende Martin Pavel.

Prüfung und Gespräche laufen

Nach Bekanntwerden der CDU-Pressemitteilung fragte der Stadtanzeiger bei den Stadtwerken nach. Diese betreiben gemeinsam mit der Avacon Natur GmbH das Joint Venture MeerWärme Wunstorf GmbH, das die Entwicklung eines Wärmenetzes in der Stadt untersucht. Auf die Anfrage hin kündigte MeerWärme eine eigene Pressemitteilung an und legte darin detailliertere Informationen zum Projektstand vor. Demnach zeigen die kommunale Wärmeplanung und erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie grundsätzlich Potenzial für ein rund 22 Kilometer langes Netz in mehreren Quartieren. Derzeit werden technische, wirtschaftliche und organisatorische Voraussetzungen vertieft geprüft. Parallel laufen Gespräche mit potenziellen Großabnehmern, deren Anschluss als Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb gilt. Auch mögliche Wärmequellen wie Geothermie oder die Nutzung von Flusswasser mit Großwärmepumpen werden untersucht.

Für die Innenstadt ist ein etwa ein Kilometer langer Leitungsabschnitt im Gespräch. Dieser könnte mit einer möglichen Sanierung der Fußgängerzone kombiniert werden, um Kosten zu reduzieren und zusätzliche Baustellen zu vermeiden. Als möglicher Baustart wird derzeit frühestens das Jahr 2028 genannt, die Fertigstellung des Gesamtnetzes könnte bis 2033 erfolgen. Die Verzögerungen bei der Studie begründet MeerWärme unter anderem mit einem längeren Förderverfahren beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, wodurch sich Projektphasen verschoben hätten. „Das Förderverfahren nahm mit einer Bearbeitungszeit von rund neun Monaten mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet”, heißt es in der Pressemitteilung.

Unklare Kommunikationswege

Die CDU begrüßte die schnelle Reaktion der Stadtwerke auf die öffentliche Kritik, machte jedoch deutlich, dass die vorgelegten Informationen aus ihrer Sicht nicht alle offenen Punkte klären. „Einige Aussagen werfen aus unserer Sicht weitere Fragen auf”, so Pavel. Ein Fragenkatalog für die nächste Sitzung des Ortsrates ist bereits angekündigt. Unklar bleibt, warum die CDU erst über den Umweg einer öffentlichen Anfrage an neue Informationen gelangte. Die Partei verfügt auch über einen Sitz im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Dort sei nach Angaben der Geschäftsführung im Rahmen der letzten vier Sitzungen laufend über den Stand des Projekts berichtet worden, wie der Stadtanzeiger auf Nachfrage erfuhr. Allerdings habe der Vertreter der CDU an den entsprechenden Sitzungen gar nicht teilgenommen, was möglicherweise das Informationsdefizit erkläre.

Unabhängig von der aktuellen Auseinandersetzung ist klar, dass der mögliche Ausbau eines Wärmenetzes eine zentrale Rolle für die künftige Entwicklung der Wunstorfer Innenstadt spielen könnte. Ob und in welchem Umfang die Pläne umgesetzt werden, hängt jedoch weiterhin von den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen sowie von wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen ab. Die politische Diskussion darüber dürfte nach der Sommerpause weiter an Intensität gewinnen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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