Redaktionsschnack: Service oder Stilbruch? | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Redaktionsschnack: Service oder Stilbruch?

Kommentar. (Foto: Wunstorfer Stadtanzeiger)
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Kommentar. (Foto: Wunstorfer Stadtanzeiger)
Kommentar. (Foto: Wunstorfer Stadtanzeiger)

Die Werbegemeinschaft zeigt sich verärgert über die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung. Entgegen bisheriger Absprachen wirbt die Stadt bereits über ihre Online-Kanäle für den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, während die Mitglieder der Werbegemeinschaft noch mit dem Aufbau beschäftigt sind und parallel seitenlange Sicherheitskonzepte verfassen, die von den Ordnungsbehörden verlangt werden.

Besonders stößt auf, dass das Rathaus in seinen Beiträgen nicht darauf hinweist, dass der Weihnachtsmarkt von der Werbegemeinschaft organisiert wird. Stattdessen ist von „unseren Weihnachtsmärkten“ die Rede, die zum Verweilen und Genießen einladen. Zu sehen ist auch ein Foto des Weihnachtsmarkes, eingerahmt mit dem Logo der Stadt. Der Vorsitzende Bernd Heidorn und seine Mitstreiter reagieren irritiert, weil so der Eindruck entsteht, die Stadt sei Ausrichter und Veranstalter des Weihnachtsmarktes.

In anderen Fällen verweist die Stadt ganz selbstverständlich und zurecht darauf, dass sie bei Veranstaltungen, die sie finanziell unterstützt, mit Logo und Erwähnung in entsprechenden Publikationen vertreten sein möchte. Bei der eigenen Öffentlichkeitsarbeit scheint jedoch weniger Rücksicht auf die Befindlichkeiten Dritter genommen zu werden. Auf Nachfrage teilt eine Sprecherin mit, dass man den Post als Serviceleistung verstanden wissen möchte, um den Bürgern auf einen Blick eine Übersicht über die Termine im gesamten Stadtgebiet zu ermöglichen.

Der Verzicht auf weitere Angaben diene dann auch dazu, „den Post möglichst schlank und übersichtlich zu halten.” Überzeugend ist das allerdings nicht. Denn warum sollte die Werbegemeinschaft nicht ebenso erwarten dürfen, als Veranstalter und Ausrichter genannt zu werden? Im städtischen Terminkalender, einem weiteren Serviceangebot, steht es doch korrekt. Was als gut gemeinte Werbung gedacht ist, entpuppt sich daher bei näherer Betrachtung als erneuter kommunikativer Fauxpas. Es fehlt an Abstimmung und einer klaren Strategie – trotz der Zusage des Bürgermeisters, es künftig besser machen zu wollen.

Beim Aufstellen der Tannenbäume (v.li.): Christoph Rüther, Michael Schaer und Jan Weber. (Foto: gi)
Beim Aufstellen der Tannenbäume (v.li.): Christoph Rüther, Michael Schaer und Jan Weber. (Foto: gi)

Wunstorfer Budenzauber

Der von der Wunstorfer Werbegemeinschaft veranstaltete traditionelle und beliebte Weihnachtsmarkt vor der Stadtkirche wird am Montag, den 24. November um 18 Uhr eröffnet. Schausteller Albert Dormeier aus Bassum ist zum 55. Mal der Beschicker des Weihnachtsmarktes.

André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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