Debatte lebt wieder auf | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Debatte lebt wieder auf

Gewerbegebiet Wunstorf-Süd: Trassenskizze für eine alternative Gütergleis-Anbindung. (Foto: Stadt Wunstorf)
Gewerbegebiet Wunstorf-Süd: Trassenskizze für eine alternative Gütergleis-Anbindung. (Foto: Stadt Wunstorf)
Gewerbegebiet Wunstorf-Süd: Trassenskizze für eine alternative Gütergleis-Anbindung. (Foto: Stadt Wunstorf)
Gewerbegebiet Wunstorf-Süd: Trassenskizze für eine alternative Gütergleis-Anbindung. (Foto: Stadt Wunstorf)
Gewerbegebiet Wunstorf-Süd: Trassenskizze für eine alternative Gütergleis-Anbindung. (Foto: Stadt Wunstorf)

Die Ortsräte Luthe und Kolenfeld haben sich gegen eine Weiterentwicklung des geplanten Trimodalstandortes im Gewerbegebiet-Süd ausgesprochen. In Luthe wurde eine aktuelle Vorlage der Verwaltung nach ausführlicher Diskussion mehrheitlich abgelehnt. Im Verlauf der Beratung brachte Gaby Schmidt von der CDU einen Änderungsantrag ein, der sich gegen eine Weiterentwicklung des Projekts richtete. Dieser fand im Gremium überwiegende Zustimmung. Gegen den Antrag und damit für eine Weiterführung der Planungen sprach sich unter anderem Ortsbürgermeister Rolf Hoch (SPD) aus. Er sagte dem Stadtanzeiger auf Nachfrage, dass die Entscheidung des Ortsrates „fahrlässig” und nicht zu Ende gedacht sei. Man könne nicht gleichzeitig gegen immer mehr Schwerlastverkehr auf der Straße protestieren und dann ganz konkret einen Gleisbau für ein Gewerbegebiet ablehnen. Darüber hinaus seien die Planungen für einen trimodalen Gewerbe- und Logistikstandort im Gewerbegebiet Wunstorf-Süd geltende Beschlusslage.

Um den Trimodalstandort war es in der Vergangenheit allerdings ruhig geworden. Das Verlegen eines Gleises in das Gewerbegebiet westlich des Luther Forstes liegt schon seit geraumer Zeit auf dem Tisch, galt bislang aber wirtschaftlich als kaum umsetzbar. Durch das Sondervermögen des Bundes für die Infrastruktur ist nun wieder Bewegung in die Sache gekommen. So will die DB InfraGO AG die Stellwerkstechnik im Bereich Wunstorf voraussichtlich 2034/35 erneuern. Mit dieser Modernisierung wären auch andere Möglichkeiten der Ausfädelung des Gütergleises denkbar, zum Beispiel östlich des Luther Forstes. Das Gewerbegebiet wäre demnach aus beiden Richtungen erreichbar. Weitere Informationen zu den Einzelheiten und der diskutierten Vorlage finden sich auch im Bericht des Wunstorfer Stadtanzeigers „Bessere Anbindung per Bahn” (siehe hier).

Die Luther CDU kritisiert das Projekt in seiner aktuellen Form. Als Gründe werden unter anderem die finanziellen Rahmenbedingungen und der Umfang des Vorhabens genannt. Wörtlich ist von zu hohen Kosten, einer unklaren Finanzierung und einem zu großen Flächenverbrauch die Rede. Steuergelder müssten sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden. „Gerade bei großen Infrastrukturprojekten braucht es durchdachte, transparente und finanzierbare Lösungen”, heißt es in einem Social-Media Beitrag der Partei. Der Kolenfelder Ortsrat hat die Vorlage der Verwaltung ebenfalls abgelehnt. Der Ortsrat Kolenfeld ist beteiligt, da Teile des Gewerbegebietes mit der möglichen Gleisführung nördlich des Mittellandkanals in der Kolenfelder Gemarkung liegen. Auch hier kritisiert man den enormen Flächenverbrauch und befürchtet, dass mit der fortschreitenden Weiterentwicklung eines trimodalen Gewerbe- und Logistikstandortes letztlich auch der Lkw-Verkehr auf der Straße zunehmen werde. „Gut finden wir dagegen, wenn die Hafenkante am Mittellandkanal weiter ausgebaut wird”, so Kolenfelds Ortsbürgermeister Karsten Grobe (SPD) zum Stadtanzeiger.

Die Beratungsfolge zur Weiterentwicklung des Trimodalstandortes im Gewerbegebiet-Süd ist damit noch nicht abgeschlossen. Nächster planmäßiger Halt für die Vorlage der Verwaltung ist nun der Bauausschuss am 23. April.

Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd.  (Foto: Stadt Wunstorf)
Flächen mit Potenzial: Das Gewerbegebiet Wunstorf-Süd.  (Foto: Stadt Wunstorf)

Bessere Anbindung per Bahn

Die Stadt treibt die Weiterentwicklung des geplanten trimodalen Logistikstandortes im Gewerbegebiet Wunstorf-Süd voran. Eine neue Gleisführung eröffnet bessere Anbindungen aus beiden Richtungen und soll in das städtebauliche Gesamtkonzept eingearbeitet werden.

André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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