Das Forum Stadtkirche hat einen neuen Vorstand gewählt und stellt damit die Weichen für die Amtsperiode von 2026 bis 2028. 1. Vorsitzende ist Elke Helma Rothämel, ihr zur Seite stehen der 2. Vorsitzende Andreas Varnholt, Kassenführer Friedhelm Espeter, Beisitzerin Anja Emmanouilidis und Beisitzer Bernhard Mehl, der ganz neu im Verein ist. Elke Helma Rothämel ist Schulleiterin der Evangelischen IGS Wunstorf und war bislang als berufenes Mitglied der Stiftskirche im Beirat des Forums aktiv. Diese Funktion übernimmt nun Beisitzerin Anja Emmanouilidis. Andreas Varnholt gehört dem Verein seit rund 14 Jahren an. Zuletzt hatte er im Arbeitskreis Erinnerungskultur das Projekt Stolpersteine maßgeblich mitverantwortet. „Der Arbeitskreis hat noch viel vor“, kündigt Varnholt an. Friedhelm Espeter war vor zwei Jahren in den Vorstand aufgerückt und füllt seine Aufgabe seither mit großer Begeisterung aus. Derzeit arbeitet er federführend an der Anne-Frank-Ausstellung, die von Ende Oktober bis Ende November in der Stadtkirche gezeigt werden soll.
Auch im Ausstellungsbereich setzt das Forum Stadtkirche weiter Akzente. Anja Emmanouilidis betreut hier unter anderem das Format „Kunst im Turm und in der Kirche“. Aktuell (ab dem 28. Juni) ist über die Sommermonate die Ausstellung „Reliquie Digital“ in der Stadtkirche zu sehen (wir berichteten). Der Künstler Ivan Milenkovic verbindet darin die Bildsprache alter Meister mit der Gegenwart. Seine Arbeiten zeigen Menschen im Licht digitaler Geräte und stellen die Frage, was in der heutigen Zeit Halt und Verbundenheit stiftet. Inhaltlich möchte das Forum Stadtkirche weiterhin Nischen besetzen, gesellschaftliche Themen aufgreifen und die Zusammenarbeit mit Schulen ausbauen. Auch die Rolle als Impulsgeber für Diskussionen soll gestärkt werden. So ist im Vorfeld der Kommunalwahl eine Diskussionsveranstaltung mit den Bürgermeisterkandidaten geplant. Ursprünglich als Duell konzipiert, muss das Format angesichts weiterer Bewerber möglicherweise noch angepasst werden. Eine endgültige Entscheidung dazu stand beim Pressetermin noch aus.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bildungsarbeit. Gemeinsam mit den weiterführenden Schulen IGS, Hölty und Otto-Hahn-Schule wird derzeit eines der größten Projekte des Jahres vorbereitet: die Anne-Frank-Ausstellung in Kooperation mit dem Anne-Frank-Zentrum Berlin. Rund 40 Schulklassen sollen die Ausstellung besuchen. Geplant ist, dass Schüler in Tandems Besucher durch die Schau führen und so selbst aktiv in die Vermittlungsarbeit eingebunden werden. Parallel dazu soll auch das Stolperstein-Projekt fortgesetzt werden. Während der Ausstellungszeit ist eine weitere Verlegung im Stadtgebiet vorgesehen. Es handelt sich um die dritte Phase des Projekts. Ziel ist es, die Verbrechen des Nationalsozialismus greifbar zu machen und ihre lokale Dimension aufzuzeigen. Rund 70 jüdische Einwohner aus Wunstorf waren Verfolgung, Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt. Damit ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten, lässt der Arbeitskreis Erinnerungskultur seit November 2024 Stolpersteine an den letzten bekannten Wohnorten verlegen.
Der neue Vorstand sieht sich selbst noch in einer Art Findungsphase. „Wir wollen uns zunächst neu sortieren, Bewährtes erhalten und zugleich neue Formate entwickeln“, heißt es aus dem Gremium. Dabei geht es auch darum, das Profil des Vereins klar zu schärfen. Ein Gemischtwarenladen will das Forum nicht sein.