Werbegemeinschaft warnt | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Werbegemeinschaft warnt

Der Vorstand (v.li.): Jörn Knop, Torsten Mähling, Bernd Heidorn, Rolf-Axel Eberhardt und Jan Weber. (Foto: gi)
Der Vorstand (v.li.): Jörn Knop, Torsten Mähling, Bernd Heidorn, Rolf-Axel Eberhardt und Jan Weber. (Foto: gi)
Der Vorstand (v.li.): Jörn Knop, Torsten Mähling, Bernd Heidorn, Rolf-Axel Eberhardt und Jan Weber. (Foto: gi)
Der Vorstand (v.li.): Jörn Knop, Torsten Mähling, Bernd Heidorn, Rolf-Axel Eberhardt und Jan Weber. (Foto: gi)
Der Vorstand (v.li.): Jörn Knop, Torsten Mähling, Bernd Heidorn, Rolf-Axel Eberhardt und Jan Weber. (Foto: gi)

„Das Ladensterben in Deutschland hat sich einer Studie zufolge im vergangenen Jahr noch einmal beschleunigt. Von August 2024 bis August 2025 gab es einer Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade zufolge im Einzelhandel 2490 Insolvenzen – ein Höchststand seit 2016. Für Innenstädte wird das zum Problem, denn gerade das sind die Sortimente mit überregionaler Strahlkraft“, so die Worte des Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Bernd Heidorn zu Beginn seines Jahresberichtes in der Abtei. „Keiner kommt wegen einer Kugel Eis oder eines Cappuccinos von weiter weg. Geht der Handel, verlieren die Städte, auch Wunstorf, an Umsatz und Wirtschaftskraft und letztlich an Bedeutung. Das hat die Stadtverwaltung und auch Teile der hiesigen Politik, aus meiner Sicht noch nicht so verinnerlicht“, so Heidorn weiter.

Heidorn berichtete aus den Arbeitsgruppen, den Round-Table-Gesprächsrunden und den Besprechungen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. Mit einer Beteiligung von durchschnittlich 17 Mitgliedsgeschäften wurden aktuelle Themen sowie die Vorbereitungen zu den jeweils anstehenden Veranstaltungen besprochen. Im Januar 2025 waren es 50 Mitglieder, im Laufe des Jahres kamen acht neue hinzu, zwei Mitglieder gaben ihre Geschäfte auf, so sind es derzeit 56 Mitglieder. „Aus meiner persönlichen Sicht, für eine Stadt wie Wunstorf, zu wenig. Daher werden wir auch weiterhin unseren Focus auf die Werbung neuer Mitglieder ausrichten“, merkte der Vorsitzende an. Heidorn berichtete über die Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Unter anderem lud die Stadt zu einer Information „Wie soll die Fußgängerzone von morgen aussehen“ ein, die Werbegemeinschaft lud im August alle Innenstadt-Akteure (Händler, Praxen, Eigentümer, Anwohner) zu einem Informationsaustausch zur Umgestaltung der Fußgängerzone in die Abtei ein. Rund 250 Menschen kamen, zahlreiche offene Fragen der Bürgerinnen und Bürger seien von Bürgermeister Carsten Piellusch und Frank Schlegelmilch (BPW Planungsbüro) beantwortet worden.

„Wir stehen als Werbegemeinschaft weiterhin ausdrücklich zum ISEK-Prozess und zu einer konstruktiven Weiterentwicklung unserer historischen Innenstadt. Voraussetzung ist jedoch, dass alle relevanten Aspekte geklärt sind und dass diese nachvollziehbar in die Planung mit einfließen und es weiterhin heißt: die schönste Innenstadt der Region“, sagte Heidorn. In seinem kurzen Fazit zum Schluss seines Berichtes, wies der Vorsitzende auf die nicht optimale Situation in der Innenstadt hin. Heidorn: „Ein Einzelhandel, der unter der Last von politischen Fehlentscheidungen und mangelnder Unterstützung regelrecht erdrückt wird. Hier müssen die Verantwortlichen aus Stadtverwaltung und der Politik, weg von irgendwelchen ideologischen oder politischen Vorgaben, über den Tellerrand schauen und sich den örtlichen Bedürfnissen und Wünschen anpassen. Es ist höchste Zeit, dass Politik und Verwaltung ihre Prioritäten überdenken und endlich handeln – mit einer klaren, nachhaltigen Vision, die den Einzelhandel stärkt, die Wochenmärkte schützt und die Innenstadt wieder zu einem Ort macht, an dem die Menschen gerne verweilen.“

Wieder gewählt für zwei Jahre wurde der Vorstand mit dem Vorsitzenden Bernd Heidorn und den weiteren Vorstandsmitgliedern Rolf-Axel Eberhardt, Jörn Knop, Frank Ludowig und Jan Weber, Kassenprüfer ist Torsten Mähling.


Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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