Wie sicher sind die Radwege in Wunstorf? Wo gibt es Engstellen und was muss sich verbessern? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) möchte es wieder genau wissen. Beim Fahrradklima-Test können Radfahrer noch bis zum 30. November bewerten, wie fahrradfreundlich ihre Stadt oder Gemeinde ist. In Wunstorf haben bereits mehr als 100 Menschen mitgemacht. Damit ist die für die Auswertung notwendige Marke von 50 Teilnahmen deutlich überschritten. Doch jede weitere Stimme zählt.
Der Fahrradklima-Test findet alle zwei Jahre statt und soll zeigen, wie Radfahrer die Bedingungen vor Ort erleben. In einer Online-Befragung beantworten sie 27 Fragen, unter anderem zum Zustand der Radwege, zur Sicherheit im Straßenverkehr und zur Förderung des Radverkehrs. Die Ergebnisse helfen Kommunen, Stärken und Schwächen zu erkennen und Verbesserungen anzustoßen. Zudem erstellt der ADFC ein bundesweites Ranking der fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden. Die Ergebnisse des diesjährigen Tests sollen im Frühjahr 2027 vorgestellt werden.
Wie Wunstorf zuletzt abschnitt, zeigt der Blick auf die Ergebnisse von 2024: Damals erhielt die Stadt die Note 3,78 und belegte Platz 137 von 429 Orten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern. Damit blieb Wunstorf auf dem Niveau der vorherigen Befragung von 2022. Positiv bewerteten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fahrräder im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen, sowie die Abstellanlagen. Kritik gab es dagegen beim Thema Fahrraddiebstahl, bei der Oberfläche der Radwege und beim fehlenden Fahrradverleih.
Neu ist in diesem Jahr eine eigene Befragung für Kinder und Jugendliche. Sie sollen ihre Erfahrungen erstmals gesondert einbringen können, denn gerade auf dem Schulweg und in der Freizeit sind junge Menschen auf sichere Radwege angewiesen. Bislang haben sich hier allerdings nur acht junge Menschen beteiligt. Auch hier sind mindestens 50 Stimmen pro Ort nötig, damit Wunstorf in die Auswertung aufgenommen werden kann. Interessierte können die Fragebögen online unter fkt.adfc.de ausfüllen.
Welche Themen die Wunstorfer beschäftigen könnten, zeigt ein Blick auf die aktuelle Verkehrslage. Die Radvorrangroute zwischen Steinhude und Wunstorf soll Radpendlern eine zügige Verbindung zum Bahnhof bieten. Doch noch gibt es Engstellen. In Großenheidorn beispielsweise teilen sich Radfahrer und Fußgänger auf der ehemaligen Meerbahn-Trasse bislang nur 2,20 Meter Breite. Künftig sollen Fußgänger dort mehr Platz erhalten, während Radfahrer auf eine parallel verlaufende Straße ausweichen sollen. Auch in der Kernstadt und in Klein Heidorn besteht Verbesserungsbedarf, beispielsweise bei der verkehrlichen Gestaltung der Hindenburgstraße.