Der Kleiderladen feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einer besonderen Mitmachaktion. Im Rahmen der Woche der Diakonie steht der Freitag, 11. September, unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen weben“. Um 10 Uhr wird dazu der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, im Geschäft, Nordstraße 11, erwartet. Gemeinsam mit Gästen, Besuchern und Mitarbeitern soll ein Web-Projekt gestartet werden. Dabei blicken die Verantwortlichen auf die vergangenen 15 Jahre des Kleiderladens zurück und würdigen insbesondere die ehrenamtlichen Mitarbeiter, ohne deren Engagement der Betrieb des Geschäfts nicht möglich wäre. Allein sechs von ihnen sind vom ersten Tag an dabei, sagt Geschäftsführerin Carina Knoke. Das gesamte Team umfasst 31 Ehrenamtliche.
Der Kleiderladen steht seit Jahren für Nachhaltigkeit. Mit der Jubiläumsaktion rückt nun zusätzlich das Thema Upcycling in den Mittelpunkt. Von 10 bis 15 Uhr können Teilnehmer gemeinsam aus defekter und aussortierter Kleidung einen „Flickenteppich” weben. Stoffe, die nicht mehr getragen werden können, erhalten so eine neue Verwendung. „Vielleicht machen wir daraus Taschen”, sagt Knoke. Eine Fortsetzung des gestalterischen Handwerks ist erwünscht. Idealerweise finden sich interessierte Ehrenamtliche, die ein Nähkästchenprojekt dauerhaft mitgestalten wollen. Die Aktion soll zugleich zeigen, wie Gemeinschaft entsteht, wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen und sich einbringen. Denn zum Konzept des Kleiderladens gehört auch, ein Raum für Begegnungen, Gespräche und Austausch zu sein.
Der soziale Kleiderladen ist im Dezember 2011 eröffnet worden. Die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Dorothea Diestelmeier, und der ehemalige Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth trieben das Projekt voran. Der Träger war ursprünglich der Kirchenkreis. Nach Ende der erfolgreichen Projektphase von drei Jahren ging die Trägerschaft zum 1. Januar 2015 auf den Diakonieverband Hannover-Land über. Der Kleiderladen fand zunächst neben Marktkauf eine Heimat, zog dann übergangsweise in die Mittelstraße und ist seit über zwei Jahren in der Nordstraße angekommen. Hier haben sich die Abläufe weiter professionalisiert. Die Annahmezeiten sind angepasst worden. So wird ab August ausschließlich gut erhaltene Herbst- und Winterware entgegengenommen und ab Februar Kleidung für Frühling und Sommer. Ebenso ist Kartenzahlung inzwischen möglich.
Beim nächsten verkaufsoffenen Sonntag am 27. September ist das Geschäft auch geöffnet. Der Kleiderladen will seinem Auftrag entsprechend Armut und soziale Ausgrenzung abmildern, erfüllt heute aber weit mehr als diesen Zweck. Er ist zugleich ein Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit. Viele Menschen kaufen hier bewusst Secondhand-Kleidung, unabhängig vom Geldbeutel. Als offener Treffpunkt schafft der Laden Raum für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe. Besucher können in entspannter Atmosphäre verweilen, einen Kaffee trinken, Zeitung lesen oder mit Mitarbeitern und anderen Gästen ins Gespräch kommen.