Anne Frank-Ausstellung | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Anne Frank-Ausstellung

Für das Projekt verantwortlich: Friedhelm Espeter.  (Foto: wb)
Für das Projekt verantwortlich: Friedhelm Espeter. (Foto: wb)
Für das Projekt verantwortlich: Friedhelm Espeter. (Foto: wb)
Für das Projekt verantwortlich: Friedhelm Espeter. (Foto: wb)
Für das Projekt verantwortlich: Friedhelm Espeter. (Foto: wb)

Bis zum 25. November zeigt das Forum Stadtkirche die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ in der Stadtkirche. Die vom Anne Frank Zentrum in Berlin konzipierte Ausstellung wurde noch durch einen regionalen Teil und einen aktuellen Teil ergänzt.

Gleich im ersten Teil der Ausstellung wird der Besucher mit Tafeln zur Gegenwart konfrontiert. Tafeln, die von Ausgrenzung und Diskriminierung erzählen. Danach folgt ein Porträt von Anne Frank als Eingang zu den historischen Ausstellungstafeln. Sie erzählen von ihrem Leben, von Flucht, Hoffnung, Versteck, Verrat und schließlich ihrem Sterben im Konzentrationslager. Im Altarraum wird mit verschiedenen Exponaten wie die Fragmente der Thora der Wunstorfer jüdischen Gemeinde und einem Weihnachtsbrief des Wunstorfer Juden Wilhelm Roth ein regionaler Bezug hergestellt. Was Anne Frank erlebt hat, steht beispielhaft für die vielen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Gleichzeitig ist es auch Mahnung für die Gegenwart und Auftrag sich mit der Geschichte auseinander zu setzen. Schon der erste gemeinsame Rundgang mit der Schulleiterin der Evangelischen IGS und Vorsitzenden des Forum Stadtkirche Elke Helma Rothämel und dem Projektverantwortlichen Friedhelm Espeter hat gezeigt, dass das gelingen kann. Denn schnell war man mitten in einer Diskussion zu gegenwärtigen Lage.

Projektarbeit

Mit der Ausstellung will das Forum Stadtkirche nicht nur die Erinnerung an diese Zeit der Ausgrenzung und des Antisemitismus wachhalten, sondern auch für aktuelle antisemitische Strömungen und Ausgrenzungen sensibilisieren. In den Lehrplänen wird kein historisches Bewusstsein hergestellt, so Rothämel. So wird das Thema sowohl im Fach Deutsch als auch in den Fächern Religion und Gesellschaftskunde behandelt. Eine Vertiefung findet in Form von Projekten auf freiwilliger Basis statt. Aus ihrer Erfahrung als Lehrerin weiß sie aber, dass Gespräche für die Bewusstseinsbildung bei Schülerinnen und Schülern enorm wichtig sind. Und so sollen nicht nur interessierte Erwachsene, sondern vor allem alle Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der weiterführenden Schulen Wunstorfs die Ausstellung besuchen. Wichtig ist es aber auch den jüdischen Opfern nach 1933 nicht nur einen Namen durch Lesungen oder Stolpersteine zu geben sondern auch eine Stimme. Mit dieser Ausstellung gibt das Forum Stadtkirche den Opfern eine Stimme, so Rothämel. Dabei verweist sie auf das Tagebuch von Anne Frank, das hier als Kopie zu sehen ist. Neben dem Tagebuch gibt es weitere Exponate wie einen Film, der Anne Frank 1941 bei der Hochzeit einer Nachbarin zeigt. Tafeln und Exponate bringen dem Betrachter den Menschen Anne Frank näher, der später zum Opfer von Antisemitismus und Diskriminierung wurde.

Führungen

Es ist etwas Besonderes, dass geschulte Schülerinnen und Schüler als Tandem die Klassen der weiterführenden Schulen vormittags durch diese Ausstellung führen. Ziel ist es, dass auf diese Weise ein Dialog zwischen den Schülerinnen und Schülern entsteht. Insgesamt wurden 15 Tandems gebildet. Auf jedes Tandem kommen in den folgenden Wochen zwei bis drei Führungen. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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