Wunstorf setzt ein sichtbares Zeichen der Erinnerung: Der Arbeitskreis Erinnerungskultur und das Forum Stadtkirche laden zur zweiten Verlegung der Wunstorfer Stolpersteine ein. Wieder werden Biografien derjenigen ins Stadtbild zurückgeholt, deren Leben durch die NS-Verfolgung ausgelöscht oder zerstört wurde. Am Mittwoch, 18. März, werden insgesamt 20 weitere Stolpersteine verlegt. Die Verlegungen finden vor Häusern in der Bahnhofstraße 93 ab 10 Uhr, in der Hindenburgstraße 30 ab 10.30 Uhr und in der Küsterstraße 4 ab 11 Uhr statt. Anschließend beginnt um 11.30 Uhr vor dem historischen Haupteingang des Rathauses die zentrale Gedenkstunde.
Am Abend führt das Rahmenprogramm in die Stadtkirche. Dort wird um 18.30 Uhr der preisgekrönte Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ gezeigt; Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Film erzählt die Geschichte des damals siebenjährigen İbrahim Arslan, der den rassistisch motivierten Brandanschlag in Mölln 1992 überlebte, während Schwester, Cousine und Großmutter starben. Jahrzehntelang lagen hunderte Solidaritätsbriefe unbeachtet in den Archiven – eine späte, berührende Wiederentdeckung, die der Film eindrucksvoll dokumentiert. Er zeigt sowohl den Umgang der Überlebenden mit dem Trauma als auch die bislang wenig sichtbare Solidarität vieler Menschen. Das Forum sorgt während des Abends für Getränke, Spenden für die „Wunstorfer Erinnerungskultur“ sind willkommen.