Insgesamt sind acht sogenannte „Trittsteine“ am Steinhuder Meer modernisiert worden. Drei davon befinden sich auf Wunstorfer und fünf auf Neustädter Gebiet. Eine Aufgabe, die sich einfacher anhört als sie war. Warum der Begriff „Trittsteine“ für die metallenen Infotafeln gewählt wurde, konnte bei einem Ortstermin nicht so ganz geklärt werden. Fest steht, dass es sich dabei um Infotafeln handelt, die verwittert, besprayt und somit kaum noch leserlich waren. Dabei sollten die Tafeln interessierten Besucherinnen und Besuchern entlang des Ufers viel Wissenswertes zum Leben in und rund um das Steinhuder Meer vermitteln.
Kurzum, eine Erneuerung war dringend nötig. Somit machten sich Stephan Gerland vom Fachdienst Stadtgrün und die Kollegin aus Neustadt, Iris Grau, auf die Suche nach den entsprechenden Dateien. Nach einer erfolglosen Suche in den Tiefen der Wunstorfer Stadtverwaltung stand fest, dass die Druckdateien in Neustadt sein müssten. Dort waren sie aber Opfer des Cyberangriffs im August 2019 geworden. Schließlich wurde man bei dem damaligen Grafikerbüro fündig. Es hatte die erforderliche Datei archiviert. Damit konnte die eigentliche Arbeit beginnen.
Für die neue Version der „Trittsteine“ wurde der Text in Kooperation mit der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM) und der Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT) nur überarbeitet. Neue Themen wurden nicht hinzugefügt. Mit Hilfe von Gudrun Loosemore, ehrenamtliche Beauftragte der Stadt Neustadt für Menschen mit Behinderungen, wurden die neuen Tafeln barrierefrei gestaltet. Das bedeutet, dass sich auf den Tafeln drei QR-Codes in der linken oberen Ecke befinden, die unterschiedliche Bedarfe abdecken. So gibt es auch einen Text in leichter Sprache für Menschen, die keine komplexen Texte verstehen können. Bei dem letzten Code handelt es sich um eine per KI erstellte Bildbeschreibung. Die Stimme kann einem aktuell durchaus ein Schmunzeln entlocken und wird eventuell noch ausgetauscht.
Insgesamt werden auf den acht Tafeln acht Themen behandelt. So gibt es auf der Tafel an der Badeinsel Informationen zum Steinhuder Meer als Sportgewässer, am Hagenbuger Kanal dreht sich alles um das Thema „Verlandung“ und am Rastplatz Lütjen Deile geht es um die Lebewesen im Steinhuder Meer. Außerdem werden auch Themen wie Entstehung des Meeres, Landschaftsschutz oder Naturschutz aufgegriffen. Überzogen wurden die Tafeln mit einer Folie, die zwar nicht ewig halten wird, aber leichter ausgetauscht werden kann. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 15.000 Euro. Dabei wurden 75 Prozent der Nettokosten gefördert. Angestrebt wird, dass die Tafeln zusammen mit den „Sehstegen“ bei „Reisen für alle“ gelistet werden.