In den letzten Wochen wurde die diesjährige Ernte eingebracht. Erwartungsgemäß spiegeln sich Trockenheit und Hitzeperioden der letzten Monate auch in den Erträgen wider. Aktuelle Zahlen hat hierzu Landwirt und Vorstandsmitglied des Landvolk Niedersachsen, Fred Artenberg, aus Kolenfeld.
Die geringeren Ernteerträge führt Arkenberg vor allem auf das sehr heiße letzte Wochenende im Juni und die Trockenheit im gesamten Sommer einschließlich samt Spätsommer zurück. Bei Getreide liegt die Ernte 20 bis 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Auch die Kartoffelernte fällt vergleichsweise geringer aus. Je nach Standort gibt es auch bei Körnermais einen um 30 bis 50 Prozent geringeren Ertrag. Am größten sind die Verluste auf Sandböden, da sie weniger Wasser speichern können als zum Beispiel Lehmböden. „Wahrscheinlich werden dadurch die Verbraucherpreise leicht steigen“, so Arkenberg. Allerdings wird das nur passieren, wenn die Erträge auch europaweit beziehungsweise weltweit unterdurchschnittlich ausfallen sollten.
Eine essentielle Futtergrundlage für Milchbauern ist das Grünland. Es liefert Gras, das von Wiederkäuern wie Kühen in hochwertige Milch umgewandelt wird. Wie Arkenberg berichtet, wurden in diesem Jahr die Grünlanderträge ab Juni richtig schlecht. Da Wachstum auf Grünland dann kaum noch stattfand, gab es in diesem Jahr keinen ordentlichen dritten und vierten Schnitt. „Dadurch und auch durch einen neuen durch Gnitzen übertragenen Virus sinkt die Milcherzeugung in Deutschland unter die Produktionsmenge vom Vorjahr“, erläutert Arkenberg die aktuelle Lage. Bei Gnitzen handelt es sich um sehr kleine, blutsaugende Mücken. Sie können sowohl das Virus der Blauzungenkrankheit als auch das Schmallenberg-Virus auf Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen übertragen. Folglich rechnet Arkenberg mit leicht steigenden Preisen bei Butter und Milch in den kommenden Monaten.