Hitze lässt Hechte sterben | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Hitze lässt Hechte sterben

Außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen führen aktuell am Steinhuder Meer zu einem vermehrten Fischsterben, besonders in den Uferbereichen rund um Steinhude. In den vergangenen Tagen wurden an der Uferpromenade, in den Grachten sowie am Hagenburger Kanal und an der Badeinsel zahlreiche verendete große Hechte und vereinzelt auch Quappen entdeckt. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz, die Domänenverwaltung des Landes Niedersachsen im Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, die Stadt Wunstorf und die Region Hannover stehen dazu im engen Austausch. Eingebunden sind zudem der Fischereiverein Steinhude und der Anglerverband Niedersachsen.

Als wahrscheinlichste Ursache gilt die anhaltende Hitzeperiode, die zu ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen geführt hat. Messungen des Anglerverbandes Niedersachsen ergaben Werte von über 30 Grad Celsius, stellenweise bis zu 32 Grad Celsius. Parallel wurde ein Sauerstoffgehalt von 6,8 Milligramm pro Liter gemessen. Dieser Sauerstoffwert reicht für Fische im Ruhezustand aus, kann jedoch bei höherer Aktivität zu gering sein. In Kombination mit der Wärme bedeutet dies erheblichen Stress für die Tiere. Aufgrund der hohen Zahl gefundener Kadaver gehen die Beteiligten davon aus, dass das Sterben große Teile der Uferbereiche des Steinhuder Meeres betrifft. Um die Situation nicht weiter zu verschärfen, raten die Behörden dazu, Sedimentaufwirbelungen zu vermeiden. Verendete Fische sollten möglichst schonend vom Ufer aus eingesammelt werden.

Der Anglerverband Niedersachsen hat seine Mitglieder zudem gebeten, die Angeltätigkeit vorübergehend einzustellen, um die ohnehin stark belasteten Bestände weiter zu schonen. Der Baubetriebshof der Stadt sammelt die toten Fische ein und lagert sie in bereitgestellten Containern zwischen. Die Entsorgungskosten übernimmt die Domänenverwaltung des Landes Niedersachsen. Mit sinkenden Lufttemperaturen und aufkommendem Wind rechnen die beteiligten Behörden in den kommenden Tagen mit einer schrittweisen Entspannung der Lage.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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