Experten warnen: Invasive Hornisse bedroht Bienen | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Experten warnen: Invasive Hornisse bedroht Bienen

Kennt sich mit Wespen und Hornissen aus: Marcel Müller-Meißner. (Foto: privat)
Kennt sich mit Wespen und Hornissen aus: Marcel Müller-Meißner. (Foto: privat)
Kennt sich mit Wespen und Hornissen aus: Marcel Müller-Meißner. (Foto: privat)
Kennt sich mit Wespen und Hornissen aus: Marcel Müller-Meißner. (Foto: privat)
Kennt sich mit Wespen und Hornissen aus: Marcel Müller-Meißner. (Foto: privat)

Immer öfter hört man von Sichtungen der asiatischen Hornisse (Vespa velutina), die als invasive Art heimische Arten verdrängt. Grund genug einmal mit Marcel Müller-Meißner zu sprechen. Er ist Wespenberater und Hornissenberater in der Region Hannover und im Landkreis Schaumburg. Außerdem ist er erster Vorsitzender des Vereins Velutina Lockdown Team mit Sitz in Luthe. Der Verein ist der erste dieser Art in Niedersachsen. Ziel ist es, die Ausbreitung asiatischen Hornisse durch Monitoring, Aufklärung, Ausbildung und gezielter Ortung und Entnahme von Nestern zu begleiten.

Sichtungen

Im Stadtgebiet Wunstorf wurde bisher noch keine asiatische Hornisse nachgewiesen, was nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Denn in der Region Hannover ist sie bereits angekommen. So konnte in diesem Jahr die erste Königin in Mardorf abgefangen werden, wie Müller-Meißner berichtet. Insgesamt wurden acht Königinnen in der Region Hannover nachgewiesen und zwei Primärnester entfernt. Gerade im Spätsommer jagen Arbeiterrinnen gezielt vor den Fluglöchern von Honigbienenvölkern. Zur Versorgung der eigenen Brut werden heimkehrende Bienen im Flug abgefangen. Außerdem jagen sie Wildbienen, Wespen, Fliegen oder Schmetterlinge. Im Herbst werden zahlreiche Jungbienen und Drohnen produziert. Begattete Jungbienen überwintern und gründen im Frühjahr ein sogenanntes Primärnest. Durch schlüpfende Arbeitsbienen wächst das Volk schnell heran, so dass später ein großes Sekundärnest gegründet wird.

Auswirkung und Bekämpfung

Größte Auswirkungen der asiatischen Hornisse sieht der Verein aktuell auf die Imkerei und die heimische Insektenpopulation. Allerdings schädigen sie auch Obstkulturen und Weinkulturen, da sie die Früchte als Nahrungsquelle benutzen. Wer ein Nest entdeckt oder eine verdächtige Hornisse sieht, sollte ein Foto machen und sich an einen Wespenberater und Hornissenberater wenden oder an die zuständige Naturschutzbehörde. Auf gar keinen Fall das Nest entfernen. Wird es gestört, kann es zu koordinierten Schwarmangriffen kommen. „Das wichtigste ist eine möglichst frühe Erkennung“, so Müller-Meißner und verweist auf Locktopf-Monitoring und die Mithilfe der Bevölkerung. Wer sich daran aktiv beteiligen möchte, kann an der kostenfreien Grundausbildung zum Locktopf-Scout des Vereins teilnehmen. Weitere Infos und Kontakt unter www.velutina-nds.de.

Tigermücken

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat erstmals eine Population der Asiatischen Tigermücke in Niedersachsen nachgewiesen. Die Brutstätte wurde in einer Regentonne in Hannover-Döhren entdeckt. Eine erhöhte Gesundheitsgefahr besteht derzeit nicht, da die in Deutschland vorkommenden Tigermücken aktuell nicht mit Krankheitserregern infiziert sind. Um eine mögliche Ausbreitung zu erfassen, wurden zusätzliche Mückenfallen aufgestellt. Die Region Hannover informiert Anwohner und bittet Gartenbesitzer, stehendes Wasser in Gefäßen zu vermeiden. Verdächtige Mücken können fotografiert und dem Landesgesundheitsamt gemeldet werden.


    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Freie Journalistin
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