Schachsieg reicht nicht | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Schachsieg reicht nicht

Haben alles gegeben: Die beiden Wunstorfer Topscorer Luca Fuhrmann und im Hintergrund Frank Kettner-Nikolaus. (Foto: privat)
Haben alles gegeben: Die beiden Wunstorfer Topscorer Luca Fuhrmann und im Hintergrund Frank Kettner-Nikolaus. (Foto: privat)
Haben alles gegeben: Die beiden Wunstorfer Topscorer Luca Fuhrmann und im Hintergrund Frank Kettner-Nikolaus. (Foto: privat)
Haben alles gegeben: Die beiden Wunstorfer Topscorer Luca Fuhrmann und im Hintergrund Frank Kettner-Nikolaus. (Foto: privat)
Haben alles gegeben: Die beiden Wunstorfer Topscorer Luca Fuhrmann und im Hintergrund Frank Kettner-Nikolaus. (Foto: privat)

Die Schachabteilung des TuS Wunstorf hat den sportlichen Klassenerhalt in der Bezirksliga erreicht, muss die Liga am Ende aber dennoch verlassen. Im abschließenden Saisonspiel setzte sich das Team gegen das Schachzentrum Bemerode mit 5:3 durch, wurde jedoch Opfer eines verschärften Abstiegsmodus. Während die im gesicherten Mittelfeld platzierte Gästemannschaft entspannt an die Aue reiste, stand Wunstorf unter erheblichem Druck. Nur ein Sieg hätte die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Zwar waren die Hausherren an allen Brettern nominell favorisiert, doch die talentierte Nachwuchsmannschaft aus Bemerode erwies sich als hartnäckiger Gegner. Es entwickelte sich ein spannender und lange offener Mannschaftskampf.

Nach einer kritischen Eröffnung gelang es Peer Kettner an Brett acht, immer wieder Drohungen aufzubauen und schließlich einen Fehler seines Gegners mit Schachmatt zu bestrafen. Routinier Meier geriet ebenfalls früh unter Druck, wickelte die Partie jedoch mit Erfahrung in ein gut zu verteidigendes Turmendspiel ab und sicherte so ein Remis. An Brett drei nutzte Simon Kanwischer mehrere Ungenauigkeiten seines Gegners, gewann zunächst eine Figur und wenig später die gesamte Partie. Luca Fuhrmann bewies einmal mehr seine guten Theoriekentnisse, baute einen kleinen Vorteil kontinuierlich aus und verwertete einen Mehrbauern souverän zum Sieg. Eine weitere starke Partie zeigte Frank Kettner-Nikolaus an Brett eins, der mit einem eleganten Springermanöver ein nicht mehr zu verhinderndes Schachmatt einleitete.

Nach fast fünf Stunden Spielzeit stand es 4,5:2,5 für Wunstorf. Da im Abstiegskampf jeder Brettpunkt zählte, gab sich Ludger Wiese an Brett sieben nicht mit einem Remis zufrieden und spielte engagiert auf Gewinn. Er erreichte eine aussichtsreiche Stellung, übersah jedoch in Zeitnot einen letzten taktischen Trick, der seiner Gegnerin die Umwandlung eines Bauern zur Dame ermöglichte. Am Ende konnte Wiese nur noch ein Remis retten. Durch den 5:3-Erfolg verließ Wunstorf die nominellen Abstiegsplätze und kletterte auf den drittletzten Tabellenrang. Sportlich wäre der Klassenerhalt damit geschafft gewesen. Doch weil aus höheren Ligen ungewöhnlich viele Mannschaften in den Bezirk Hannover abgestiegen waren, wurde der Abstieg in der Bezirksliga aus organisatorischen Gründen ausgeweitet. Auch der drittletzte Platz bedeutete somit den Gang in die tiefere Klasse.

Mannschaftsführer Simon Kanwischer zeigte sich enttäuscht, richtete den Blick aber nach vorn: „Eigentlich haben wir unsere Ziele erreicht. Mit nur einem Mannschaftspunkt mehr wären wir im Mittelfeld gelandet. Die Liga war extrem eng, wir haben uns teuer verkauft. Dass wir durch den verschärften Abstieg runter müssen, ist bitter. Unser Teamgeist ist aber gut, und ich bin sicher, dass wir den Weg in die Bezirksliga zurückfinden werden. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Pokalwettbewerb.“ Trotz des Abstiegs gab es auch positive Aspekte. Frank Kettner-Nikolaus und Luca Fuhrmann erzielten mit jeweils 6,5 Punkten aus neun Partien starke Ergebnisse, auch Simon Kanwischer schloss die Saison mit einer positiven Bilanz ab. Die zweite Mannschaft beendete die Spielzeit in der unteren Tabellenhälfte der Kreisklasse, wobei vor allem die dünne Personaldecke ein besseres Abschneiden verhinderte.

Vereinsabend

Der Verein freut sich über neue Spieler aller Leistungsstärken. Der Vereinsabend findet jeden Dienstag in der Rudolf-Harbig-Straße 2 statt. Jugendliche trainieren ab 18 Uhr, Erwachsene ab 20 Uhr. Für Kinder gibt es freitags ab 17 Uhr ein eigenes Schachangebot. Zwei Jugendmannschaften machen zudem Hoffnung für die Zukunft.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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