Von Balkon bis Schulhof | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Von Balkon bis Schulhof

Neben dem Themenregal Artenvielfalt in der Stadtbibliothek (v.li.): Jaqueline Schmidt, Saskia Behnsen und Svenja Puls. (Foto: Stadt Wunstorf)
Neben dem Themenregal Artenvielfalt in der Stadtbibliothek (v.li.): Jaqueline Schmidt, Saskia Behnsen und Svenja Puls. (Foto: Stadt Wunstorf)
Neben dem Themenregal Artenvielfalt in der Stadtbibliothek (v.li.): Jaqueline Schmidt, Saskia Behnsen und Svenja Puls. (Foto: Stadt Wunstorf)
Neben dem Themenregal Artenvielfalt in der Stadtbibliothek (v.li.): Jaqueline Schmidt, Saskia Behnsen und Svenja Puls. (Foto: Stadt Wunstorf)
Neben dem Themenregal Artenvielfalt in der Stadtbibliothek (v.li.): Jaqueline Schmidt, Saskia Behnsen und Svenja Puls. (Foto: Stadt Wunstorf)

Wunstorf ruft in diesem Jahr Bürger, Schulen, Kitas, Vereine, Nachbarschaften und Unternehmen dazu auf, aktiv etwas für die Artenvielfalt zu tun. Anlass ist die Teilnahme der Stadt am bundesweiten Deutschland-summt!-Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen!“, bei dem mit Pflanzaktionen neue Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten entstehen sollen. Wildbienen und viele weitere Insekten finden zunehmend weniger Nahrung und Nistplätze. Gründe dafür sind unter anderem intensive Flächennutzung, Versiegelung, monotone Bepflanzung, der Einsatz von Pestiziden sowie veränderte Lebensräume und Witterungsbedingungen infolge des Klimawandels.

„Gemeinsam möchten wir in Wunstorf aktiv werden. Jede naturnah gestaltete Ecke zählt - und oft reichen schon kleine Veränderungen, um viel zu bewirken“, erklären Klimaschutzmanagerin Svenja Puls und Saskia Behnsen vom Fachdienst Stadtgrün. Mitmachen können alle, vom Mini-Balkon bis zur großen Gemeinschaftsfläche. Auch die Stadtverwaltung beteiligt sich mit eigenen Maßnahmen am Wettbewerb. So wurde auf der im Herbst geschaffenen Blühwiese an der Kolenfelder Straße ein Totholzhaufen angelegt. „Damit schaffen wir eine wertvolle Habitatstruktur für Käfer, Wildbienen, Igel und viele weitere Arten“, erläutert Saskia Behnsen. Totholz biete Unterschlupf, Nahrungsquellen und wichtige Überwinterungsmöglichkeiten und leiste so einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität.

Ein weiteres Projekt wurde auf der Badeinsel in Steinhude umgesetzt. Dort entfernte der Fachdienst Stadtgrün aufkommenden Gehölzbewuchs und ergänzte die Fläche ebenfalls durch einen Totholzhaufen. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu stärken und zugleich die Ausbreitung der Graugänse einzudämmen. „Mit unseren eigenen Projekten wollen wir zeigen, wie sich kommunale Flächen Schritt für Schritt naturnäher entwickeln lassen“, betont Svenja Puls. „Viele Flächen gehören aber den Bürgern, deshalb freuen wir uns besonders über private Beiträge.“ Beiträge zum Pflanzwettbewerb können vom bis 31. Juli 2026 online eingereicht und bis zum Ende des Zeitraums bearbeitet werden. Teilnehmen können Privatpersonen, Familien, Schulen, Kitas, Vereine, Unternehmen sowie Initiativen und Nachbarschaften.

Der Ablauf ist einfach: Zunächst wird eine Fläche ausgewählt und der Ausgangszustand dokumentiert. Anschließend erfolgt die Umgestaltung, etwa durch das Pflanzen heimischer, insektenfreundlicher Arten oder das Anlegen naturnaher Strukturen. Fotos und Texte werden anschließend im Online-Wettbewerbsportal hochgeladen. Wichtig: Die Arbeiten dürfen bereits im Herbst 2025 begonnen worden sein. Preise werden in verschiedenen Kategorien vergeben, darunter Balkone, Terrassen und Dachgärten, kleine und große Privatgärten, Firmengärten, Kleingärten, Schul- und Kita-Gärten, Vereinsflächen sowie kommunale Flächen. Wer sich vor der eigenen Pflanzaktion informieren oder inspirieren lassen möchte, findet in der Stadtbibliothek ein eigens eingerichtetes Themenregal zur Artenvielfalt. Dort stehen noch bis zum 31. Mai 2026 Bücher für Kinder und Erwachsene bereit, etwa zu insektenfreundlichen Stauden, zur Pflanzenbestimmung und zu weiteren Möglichkeiten, Gärten oder Balkone naturnah zu gestalten.

Weitere Infos

Weitere Informationen, Tipps und die Registrierung für den Wettbewerb sind unter www.wir-tun-was-fuer-bienen.de zu finden.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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