Die Kinder und Jugendlichen des Ji-Do-Kwan Wunstorf haben sich kurz vor den Sommerferien einer anspruchsvollen Gürtelprüfung gestellt. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fand die Prüfung in der Sporthalle des Hölty-Gymnasiums statt. Als Prüfer war Maik Glockemann (8. Dan Taekwondo) eingeladen. Glockemann ist Prüfungsreferent der Niedersächsischen Taekwondo Union (NTU) und selbst langjähriger Trainer für Kinder und Jugendliche. In seinen einführenden Worten stellte er den Spaß am Sport in den Vordergrund. Anschließend starteten die ersten 17 Prüflinge. Unter Anleitung der Trainer zeigten die Kinder ihr Können in den verschiedenen Prüfungsbereichen. Den Abschluss bildete der Theorieteil. Dort bewiesen die Teilnehmer, dass sie sich auch mit der Geschichte und Philosophie des Taekwondo auskennen. Im Anschluss erhielten sie ihre Urkunden und die neuen Farbgürtel.
Danach folgte die Prüfung der zehn Jugendlichen. Auch sie präsentierten, was sie in den vergangenen Monaten gelernt hatten. Besonders herausragend war der Bereich Selbstverteidigung. Die Prüflinge wurden dabei von ihren Trainingspartnern mit verschiedenen Angriffen konfrontiert, die möglichst realitätsnah dargestellt wurden. Eine Besonderheit bestand darin, dass die Angreifer Schutzwesten und Helme trugen. Dadurch konnten die Verteidiger ihre Gegenangriffe wirkungsvoll und gleichzeitig verletzungsfrei ausführen. Zusätzliche Herausforderungen stellten die unangekündigten Einzelangriffe von Ramona Juckel und Andreas Thiel, die im Verein das Selbstverteidigungstraining betreuen. Die Prüflinge mussten die Situationen individuell lösen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Bruchtest der 15-jährigen Lisa, der für die Erlangung des Blaugurts erforderlich war. Das Brett wurde von Andreas Thiel gehalten. Lisa durchtrat es souverän.
In seinen abschließenden Worten hob Maik Glockemann insbesondere die intensive und lebensnahe Selbstverteidigungsausbildung des Vereins hervor. Ein möglicher Angreifer auf der Straße würde einen Angriff auf die Mitglieder des Vereins vermutlich bereuen, sagte er. Insgesamt sei die Prüfung weit über das übliche Maß hinausgegangen. Zudem habe er zahlreiche Anregungen für sein eigenes Training mitgenommen. Die Erste Vorsitzende Heidi Reh würdigte zum Abschluss die Arbeit aller Trainer. Besonders hob sie das ehrenamtliche Engagement der beiden jungen Trainerassistentinnen Samia Kontzia-Hasan und Nourhan Euchi hervor. Beide unterstützen regelmäßig das Kindertraining. Dieses Engagement sei nicht selbstverständlich und verdiene besondere Anerkennung. Begleitet wurde die Prüfung von den hohen Außentemperaturen. So kamen auch die Zuschauer ins Schwitzen, ob wegen der Hitze oder der Aufregung, blieb dabei offen.