Streit um Planungsauftrag: Marktgilde fordert klare Perspektive | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Streit um Planungsauftrag: Marktgilde fordert klare Perspektive

Blick von der Stadtkirche: Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone. (Foto: privat)
Blick von der Stadtkirche: Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone. (Foto: privat)
Blick von der Stadtkirche: Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone. (Foto: privat)
Blick von der Stadtkirche: Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone. (Foto: privat)
Blick von der Stadtkirche: Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone. (Foto: privat)

Die innenpolitische Debatte um die Sanierung der Innenstadt bleibt angespannt. Die Verwaltung und der Bürgermeister wollen den Auftrag an ein Planungsbüro vergeben, das das Wettbewerbsverfahren gewonnen hat und zudem einen Sanierungsträger beauftragen. Doch im Stadtrat findet sich dafür derzeit keine Mehrheit (wir berichteten hier). CDU und Grüne haben noch offene Fragen und stellen sich an die Seite der Bürgerinitiative, die gar fordert, den Auftrag überhaupt nicht zu vergeben und stattdessen eine komplette Neuplanung vorzunehmen. Inmitten dieser politischen Unsicherheit meldet sich nun die Deutsche Marktgilde zu Wort. Als Betreiberin des Wochenmarkts möchte sie sicherstellen, dass die Bedürfnisse des Marktes im weiteren Verfahren berücksichtigt werden.

Mehr Funktionalität und Barrierefreiheit

Der Wochenmarkt ist ein zentraler Bestandteil des innerstädtischen Lebens. Damit der Betrieb während der Sanierung möglichst stabil bleibt, wünschen sich die Händler eine kurze und möglichst geringe Beeinträchtigung. Wichtig seien zudem frühzeitige und verlässliche Informationen über Bauabschnitte und mögliche Einschränkungen, um planbar arbeiten zu können. Ein Großteil der Marktbeschicker spricht sich dafür aus, am bisherigen Standort zu bleiben. Der Marktplatz und die Lange Straße werden dabei als die geeignetsten Flächen genannt. Die Nordstraße wird wegen ihrer Enge und geringeren Frequenz kritisch gesehen.

Für die künftige Gestaltung wünscht die Marktgilde einen offenen und flexibel nutzbaren Marktbereich. Zurzeit erschweren Mauern, Barrieren, Laternen und viele Fahrradständer das Rangieren mit Verkaufsfahrzeugen. Ein aufgeräumteres Umfeld mit mehr Platz zwischen festen Elementen würde die Arbeit erleichtern und Rettungswege sicherstellen. Ein wiederkehrendes Problem ist das Abstellen von Fahrrädern an Laternen, wodurch Engstellen entstehen. Die Marktgilde regt an, diese Konflikte im Planungsverlauf mitzudenken. Unterirdische Stromkästen werden positiv bewertet, solange sie zuverlässig funktionieren und auch bei Nässe oder Kälte ohne Schwierigkeiten zu bedienen sind. Wasseranschlüsse wären wünschenswert, sind aber nicht zwingend notwendig.

Auch die Zufahrt spielt eine große Rolle: Derzeit ist die Anfahrt aus allen Richtungen möglich, was für Händler mit mehreren Märkten am Tag unerlässlich ist. Diese Flexibilität sollte erhalten bleiben. Beim Bodenbelag wird eine Oberfläche benötigt, die auch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen trägt. Materialien wie Sandstein gelten als ungeeignet. Ergänzend schlägt die Marktgilde elektronische, versenkbare Poller für ein modernes Sicherheitskonzept vor.

Langfristige Investition in die Zukunft der Innenstadt

Die Deutsche Marktgilde begrüßt, dass der Markt in den Planungsprozess eingebunden ist. Ihr Ziel ist es, die Innenstadt funktional zu stärken, Barrierefreiheit zu verbessern und gleichzeitig gute Voraussetzungen für einen attraktiven und wirtschaftlich tragfähigen Wochenmarkt zu schaffen. Die Marktgilde versteht die Sanierung als langfristige Investition in die Zukunft der Innenstadt. Sie möchte den Prozess aktiv begleiten, damit Wunstorf auch künftig ein lebendiger Ort für Handel, Begegnung und regionalen Einkauf bleibt.

Der Wochenmarkt

Der Wochenmarkt in der Fußgängerzone findet dienstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr statt.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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