Osigus verzichtet auf erneute Kandidatur | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Osigus verzichtet auf erneute Kandidatur

Ist seit 2017 Wahlkreisabgeordnete: Wiebke Osigus hier bei einer Bootstour auf dem Steinhuder Meer. (Foto: wb)
Ist seit 2017 Wahlkreisabgeordnete: Wiebke Osigus hier bei einer Bootstour auf dem Steinhuder Meer. (Foto: wb)
Ist seit 2017 Wahlkreisabgeordnete: Wiebke Osigus hier bei einer Bootstour auf dem Steinhuder Meer. (Foto: wb)
Ist seit 2017 Wahlkreisabgeordnete: Wiebke Osigus hier bei einer Bootstour auf dem Steinhuder Meer. (Foto: wb)
Ist seit 2017 Wahlkreisabgeordnete: Wiebke Osigus hier bei einer Bootstour auf dem Steinhuder Meer. (Foto: wb)

Die SPD-Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus wird bei der Landtagswahl 2027 nicht erneut kandidieren. Das teilte die Politikerin aus dem Wahlkreis Neustadt-Wunstorf in einer Erklärung an Parteimitglieder mit. Die Entscheidung habe sie bewusst und aus voller Überzeugung getroffen. Nach dann zehn Jahren im Niedersächsischen Landtag sei für sie der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Kapitel zu beenden. Osigus erklärte, sie blicke auf Jahre voller Verantwortung, politischer Gestaltungsmöglichkeiten und prägender Erfahrungen zurück. Besonders in Erinnerung geblieben seien ihr die vielen Begegnungen mit Bürgern sowie das Vertrauen, das ihr entgegengebracht worden sei. Bis zum Ende der laufenden Wahlperiode wolle sie ihre Aufgaben weiterhin mit voller Kraft wahrnehmen. Gleichzeitig wolle sie mit ihrem Rückzug Raum für neue Ideen und neue Verantwortung schaffen.

Vom Direktmandat ins Kabinett

Osigus wurde am 15. Oktober 2017 erstmals direkt in den Niedersächsischen Landtag gewählt. Damals gewann die SPD den Wahlkreis Neustadt-Wunstorf erstmals seit 1998 zurück. Dabei setzte sie sich gegen den CDU-Kandidaten Sebastian Lechner durch. In der 18. Wahlperiode war sie unter anderem Sprecherin ihrer Fraktion für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes, Extremismus und Antisemitismus sowie stellvertretende Sprecherin für Rechts- und Verfassungsfragen. Zudem gehörte sie dem Fraktionsvorstand an und arbeitete in der Enquetekommission gegen Kindesmissbrauch und sexualisierte Gewalt an Kindern mit. Nach der Landtagswahl 2022 verteidigte Osigus ihr Direktmandat erneut gegen Lechner. Im selben Jahr wurde sie Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung im dritten Kabinett von Ministerpräsident Stephan Weil. Nach der Kabinettsumbildung durch Ministerpräsident Olaf Lies schied sie am 20. Mai 2025 aus dem Amt aus. Neben ihrer Tätigkeit im Landtag engagiert sich Osigus seit längerm auch in der Neustädter Kommunalpolitik.

Suche nach einem Nachfolger beginnt

Mit der Ankündigung von Osigus richtet sich der Blick nun auf die Aufstellung der SPD für die Landtagswahl 2027. Welchen Kandidaten die Genossen ins Rennen schicken, ist noch offen. „Parteiintern werden wir jetzt die nächsten Schritte beraten”, sagt der Vorsitzende des Wunstorfer SPD-Ortsvereins, Sören Thoms. Die Kandidatenkür ist für Anfang Februar geplant. Zu einer Aufstellungsversammlung kommen dann die Vertreter der Ortsvereine aus Neustadt und Wunstorf zusammen. In der Runde stellen die Wunstorfer derzeit die Mehrheit. Demnach entfallen von den 25 Delegierten aktuell 14 auf Wunstorf und elf auf Neustadt. Der Delegiertenschlüssel richtet sich nach der Zahl der Parteimitglieder. Also gute Chancen für einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus Wunstorf? Gut möglich: Nach Angaben von Thoms sprechen die Zahlen dafür.

Die CDU hat ihren Direktkandidaten für den Wahlkreis schon gewählt. Es ist erneut Sebastian Lechner, der als Fraktionschef und Landesvorsitzender das Ziel verfolgt, den Wahlkreis für die CDU zurückzuerobern. Gewählt wurde er bereits im August bei einer Delegiertenversammlung auf Wegeners Hof in Liethe. Unterstützung gab es dort auch vom Bundesinnenminister Alexander Dobrinth. Lechner ist Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag und gilt mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr als Herausforderer von Ministerpräsident Olaf Lies. Der Niedersächsische Landtag wird am 26. September 2027 neu gewählt.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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