ICE-Halt in Wunstorf | Wunstorfer-Stadtanzeiger

21.12.2025 16:46

ICE-Halt in Wunstorf

Der Halt des ICE 1149 wurde an Gleis 8 angezeigt.  (Foto: gi)
Der Halt des ICE 1149 wurde an Gleis 8 angezeigt. (Foto: gi)
Der Halt des ICE 1149 wurde an Gleis 8 angezeigt. (Foto: gi)
Der Halt des ICE 1149 wurde an Gleis 8 angezeigt. (Foto: gi)
Der Halt des ICE 1149 wurde an Gleis 8 angezeigt. (Foto: gi)

Was war denn das, ein ICE hält am 1. November, um 18.17 Uhr in Wunstorf? So stand es jedenfalls im Zugzielanzeiger auf Gleis 8. Der Schreiber dieser Zeilen, Heiner Giebel, stand auf dem Bahnsteig und rieb sich verwundert die Augen. Es stieg der ihm sonst vom RGZV Steinhude bekannte Zugchef Jan Anderle aus. Er lachte und lud den Eisenbahnfreund und Garteneisenbahner kurzerhand ein, ein Stück mit nach Hannover zu fahren. Der Zug war ein ICE L, der sich auf einer Probandenfahrt (nicht öffentlich) mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB) sowie ihren Angehörigen befand. Sie führte von Berlin über Wuppertal und Köln nach Düsseldorf und wieder zurück über Duisburg nach Berlin. Von Dortmund nach Berlin war der in Wunstorf lebende Anderle Zugchef.

Ein recherchierender Blick in den DB Navigator offenbarte Giebel, dass der Halt in Wunstorf an diesem Tag in beide Richtungen planmäßig war. Für gewöhnlich halten in Wunstorf keine Fernverkehrszüge. Wenn der Hauptbahnhof Hannover wegen einer Störung oder Bauarbeiten nicht angefahren werden kann, dann halten einige Fernverkehrszüge ersatzweise in Wunstorf. So gab es in der Vergangenheit auch schon temporäre Direktverbindungen von Wunstorf nach Leipzig, Berlin oder auch Amsterdam. Auch wenn der ICE L von außen recht niedrig ist, biete er innen eine sehr gute Durchgangshöhe. Der zwei Meter große Zugchef kann fast komplett gerade durchgehen, beobachtete Giebel.

Einige Details zum ICE

Das L stehe für den englischen Begriff „low floor“. Also für einen niederflurigen ICE, es ist erstmalig ein ebenerdiger Einstieg möglich. Und im Wagen 13 können auch alle mobilitätseingeschränkten Menschen ganz allein ohne Hublift oder Rampe mit ihrem Rollstuhl einsteigen. Der ICE L wird zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember auf der Strecke Köln-Berlin eingesetzt. Ab Mitte 2026 folgen touristische Verbindungen nach Oberstdorf und Westerland. Der Zug hat 477 Sitzplätze in der zweiten und 85 in der ersten Klasse. Er hat keinen eigenen Antrieb und wird daher von einer Lokomotive gezogen. Vorübergehend übernimmt eine Vectron E-Lok diese Aufgabe. Ende 2027 wird die spanische ICE-Herstellerfirma „Talgo“ die eigentlich zum Zug gehörende Lokomotive ausliefern und ihn vervollständigen. Zugelassen ist der ICE L für eine Geschwindigkeit von bis zu 230 km/h.


Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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