Im Auftrag der Region Hannover hat das Institut für ökologische Forschung und Planung GmbH (biota) aus Bützow einen Entwurf für einen Seeentwicklungsplan Steinhuder Meer (SEP II) ausgearbeitet. Bis 2027 soll ein guter ökologischer Zustand des Steinhuder Meeres erreicht werden. Hinsichtlich der Folgen des Klimawandels hat die Region ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, um die Verwundbarkeit gegenüber Klimafolgen zu reduzieren. Zusammenfassend wird im Folgenden auf einige Kernaussagen eingegangen.
Auf über 200 Seiten beschreibt der Entwurf, der dieser Redaktion vorliegt, ausführlich die Bereiche Ausgangssituation, Rahmenbedingungen und Anpassungskonzepte. Anschließend folgen Ziele und Maßnahmen für den Umweltschutz und die Planung in der Region Hannover. Was die Menschen gerade im touristisch geprägten Steinhude sowie alle Wassersportler und Segler interessieren wird, sind sicher die Aussagen zur touristischen Entwicklung und Nutzung des Steinhuder Meeres samt Entschlammung.
Das Steinhuder Meer hat laut Entwurf nur noch eine Fläche von 27,7 Quadratkilometern, während im Internet die Größe noch mit 29,12 Quadratkilometern angegeben wird. Im weiteren Text findet man den Hinweis, dass der See durch einen kontinuierlichen Verlandungsprozess gekennzeichnet ist. Ein naturnaher Verlandungsprozess ist ökologisch wichtig und sollte zugelassen werden, so der Entwurf. Jährlich bleiben rund 52.000 bis 64.000 Kubikmeter Neuschlamm im See, nachdem 12 Prozent über den Abfluss Meerbach ausgetragen wurden. Bei Entschlammungsmaßnahmen sollten die jährlichen Neubildungsraten berücksichtigt und langfristig verringert werden. Allerdings wird auch angemerkt, dass eine regelmäßige Entschlammung für die Nutzbarkeit des Sees gerade in stark genutzten Zonen wichtig ist.
Kritische Einflussfaktoren sind Nährstoffeinträge, Freizeitnutzung und Gehölzsukzession. Daher sollen Maßnahmen zur Reduktion von Nährstoffeinträgen priorisiert werden. Künftige Bauvorhaben müssen innovative Wasserrückhaltemaßnahmen integrieren. Regenwassereinleitungen aus Siedlungsbereichen sind eine bedeutende Nährstoffquelle. Problematisch sind auch die Phosphoreinträge, die gerade im Siedlungsbereich Steinhude deutlich erhöht sind. Langfristig wird eine Verbesserung des ökologischen Zustandes erwartet, wobei die Belastung mit Phosphor ein Problem bleibt.
Gerade das Wassermanagement steht vor Herausforderungen durch Klimawandel und externe Wetterereignisse. Hier denkt man an eine moderate Anhebung des Stauziels zur Verbesserung der Wasserspeicherung im See. Außerdem wird eine Digitalisierung und fernsteuerbare Regelung für das Auslassbauwerk angestrebt. Zusätzlich soll die Grundwasserneubildung gestärkt werden und die Wasserrückhaltefunktion der Moore reaktiviert werden. Letzteres würde sich auch stabilisierend auf den Landschaftswasserhaushalt auswirken.
Ziel ist es, den Tourismus am Steinhuder Meer naturverträglich zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen zur Besucherlenkung ebenso wie die Förderung nachhaltiger Mobilität, eine verbesserte ÖPNV-Anbindung und der Ausbau von Mobilitätsstationen. Außerdem soll eine hitzeangepasste Infrastruktur wie unter anderem der Ausbau der Beschattung ausgebaut werden. Auch ein saisonunabhängiger Tourismus wird forciert. Schritt für Schritt sollen auch die Fahrgastschiffe auf emissionsfreie Bootsantriebe umgestellt werden.
Für den 5. Februar lädt der Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) zu einer Informationsveranstaltung zum Entwurf des Seeentwicklungsplanes II und zur Podiumsdiskussion vom 9. Oktober 2025 in die Strandterrassen ein. Beginn ist 18 Uhr.