Mangelnde Akzeptanz | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Mangelnde Akzeptanz

Wenig los an der Radstrecke: Triathlon im Rahmen der FINALS 2026. (Foto: wb)
Wenig los an der Radstrecke: Triathlon im Rahmen der FINALS 2026. (Foto: wb)
Wenig los an der Radstrecke: Triathlon im Rahmen der FINALS 2026. (Foto: wb)
Wenig los an der Radstrecke: Triathlon im Rahmen der FINALS 2026. (Foto: wb)
Wenig los an der Radstrecke: Triathlon im Rahmen der FINALS 2026. (Foto: wb)

Nachdem sich in der vergangenen Woche der Vorsitzende des Steinhuder Verkehrsvereins Joachim Trautloff zum Aus des Steinhuder Meer Triathlons geäußert hat, legt der Pressesprecher des Veranstalters, Michael Kramer, noch einmal nach. Die Absage bezeichnet er als Ergebnis der drei vorangegangenen Veranstaltungen. Vor dem ersten Triathlon hatte die Hannover Marketing und Tourismus GmbH (HTMG) die eichels GmbH angesprochen, ob sie nicht Interesse an einem Triathlon Wettbewerb am Steinhuder Meer hätte. Obwohl eichels von vornherein klar war, dass so ein Event hier aufgrund der örtlichen Begebenheiten nicht einfach umzusetzen sein würde, nahmen sie an. Im Gespräch erläutert Kramer dann, dass eichels grundsätzlich immer drei Veranstaltungen abwartet bis sie beschließen, ob sie die Veranstaltung fortführen oder nicht.

Somit ist die Absage für 2027 auch die Summe der gemachten Erfahrungen vor Ort. Klar war dabei von Anfang an, dass man in den ersten drei Jahren kein Geld mit so einem Event verdienen kann, wie Kramer betont. Somit war nicht mangelnder Gewinn ausschlaggebend für das Aus, sondern mangelnde Akzeptanz. In drei Jahren haben sie keine Akzeptanz für die Veranstaltung vor Ort gespürt, so Kramer. Stattdessen fühlten sie sich als Störenfried. Dabei verweist er auf Fernsehaufnahmen, die während der FINALS in Steinhude gemacht wurden. Da spiegelt sich keine Begeisterung für den Wettbewerb wider. Außerdem berichtet er von geschlossenen Gaststätten und Restaurants, wenn man abends noch etwas essen wollte. Von einer Steinhuder Personenschifffahrt, die sich durch den Start der Schwimmer gestört fühlte. Seitens der Stadt gab es Auflagen, die sie nicht einmal beim Marathon in Hannover hätten. Nach drei Veranstaltungen konnte Kramer positive Aspekte nur von den teilnehmenden Sportlern berichten. Sie waren alle von dem Event begeistert, während man vor Ort das Potential nicht erkannte.

Grundsätzlich muss jedem klar sein, dass eine Großveranstaltung für Einschränkungen sorgt. Nach den bisherigen Erfahrungen sieht eichels aktuell keine Chance für eine Neuauflage des Triathlons im kommenden Jahr. Allerdings möchten sie immer noch eine Veranstaltung für die Halbdistanz in der Region entwickeln. Und so bleibt die Tür auch für Steinhude noch einen Spalt offen.

Kommentar

Quo vadis?

Es wird still in Steinhude. Das liegt nicht nur am beginnenden Herbst. Kein Fischerkreidag, kein Fischtival, kein festliches Wochenende und nun auch kein Steinhuder Meer Triathlon mehr. Was bleibt, ist ein die Infrastruktur belastender Tagestourismus. Steinhude mit einem Sportevent anders auszurichten, ist fürs erste krachend gescheitert. An den hiesigen Strukturen ebenso wie an mangelnder Unterstützung. Es reicht nicht nur davon zu reden. Man muss es auch leben und wollen. Wo waren denn all die, die sich jetzt so positiv zum Triathlon äußern? Wo war ihr Engagement, um das Event zu etablieren? Ortsfremden Akteuren den Weg zu ebnen? Wie gesagt, man muss es auch auf breiter Ebene wollen. Ansonsten bleibt es beim Fischbrötchentourismus.


    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Freie Journalistin
    north