Kontroverse Diskussion | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Kontroverse Diskussion

Wieder gut besucht: Podiumsdiskussion zur Tiefenmessung des VESM. (Foto: wb)
Wieder gut besucht: Podiumsdiskussion zur Tiefenmessung des VESM. (Foto: wb)
Wieder gut besucht: Podiumsdiskussion zur Tiefenmessung des VESM. (Foto: wb)
Wieder gut besucht: Podiumsdiskussion zur Tiefenmessung des VESM. (Foto: wb)
Wieder gut besucht: Podiumsdiskussion zur Tiefenmessung des VESM. (Foto: wb)

Bereits zum zweiten Mal ist es dem Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) gelungen, eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Verwaltung und Politik zur Zukunft des Steinhuder Meeres zu organisieren. Moderiert wurde die Veranstaltung wieder von der ehemaligen NDR-Moderatorin Sabine Steuernagel.

Falsche Messergebnisse

Nach Vorstellung der Tiefenmessergebnisse des VESM erfolgte der Einstieg in die fachliche Diskussion. Bekannt provokant schilderte Steuernagel das Niedrigwasser samt Schlamm, Blaualgen und Fischsterben im vergangenen Sommer am Steinhuder Meer. Als Vertreter des Amtes für Regionalentwicklung Leine-Weser stellte Conrad Ludewig klar, dass das Steinhuder Meer kein Einzelfall war. Im Hinblick auf die Messergebnisse stellte er fest, dass sie falsch seien. Im Meer gibt es nur eine Neubildungsrate von 52.000 bis 64.000 Kubikmeter Schlamm pro Jahr. Die Messungen des VESM lassen eine deutlich höhere Bildungsrate vermuten. Wichtig für den See und die Schlammbildung sind aber auch die Phosphateinträge, auf die Hans-Heinrich Schuster vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz einging. So plädiert er für eine Reduzierung der Phosphateinträge. Als Resultat würde es wieder mehr Wasserpflanzen geben, die den Schlamm am Boden halten würden. Wann dieser Effekt dann eintreten würde, blieb allerdings vage. Bekannt sind dagegen die Auswirkungen des Klimawandels. So erläuterte Ludewig, dass man zum Ausgleich des Verlustes von einem Zentimeter Wassertiefe an heißen Tagen 300.000 Kubikmeter entschlammen müsste. Eine unvorstellbare Größenordnung. Der ehemalige Bürgermeister Carsten Piellusch wies dagegen daraufhin, dass man mehr entschlammen müsste, da man früher zu wenig entschlammt hat.

Lagerung des Schlamms

Als Geschäftsführer der Ökologischen Schutzstation (ÖSSM) erinnerte Thomas Beuster daran, dass der Schlamm Abfall ist und somit nicht einfach im Naturschutzgebiet entsorgt werden kann. Eine Lagerung des Schlamms könnte er sich dagegen auf einem ohnehin überdüngten Maisfeld vorstellen, das dann zur Lagerung erworben werden müsste. Piellusch verwies dagegen auf die aktuelle Situation in den Poldern und das Warten auf Kolkdobben II.

Nach Aussage der Landtagsabgeordneten Wiebke Osigus soll in den kommenden Haushaltsberatungen ein Akzent für das Steinhuder Meer gesetzt werden. Als Vertreter des Rates der Stadt Wunstorf vermisste Martin Ehlerding die zeitliche Ebene in den Statements der Fachleute. Die stellvertretende Regionspräsidentin Ute Lamla erinnerte an den zweiten Teil des Seeentwicklungsplans (SEP II), in dem alle notwendigen Maßnahme stehen. Diese sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden, was dem ehemaligen Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt zu langsam geht. Damit dürfte er den Nerv der meisten Anwesenden getroffen haben. Abschließend merkte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90 /Die Grünen, Britta Kellermann, noch an, dass für größere Entschlammungen einfach die Lagerkapazitäten fehlen würden.

Wenig Neues

Es war wenig Neues zu erfahren, was auch die zahlreichen Besucher mehrheitlich so empfanden. Der im Sommer vorgestellte SEP II erwies sich als rote Linie. Was da nicht fixiert wurde, wird aktuell nicht stattfinden. Das betrifft auch das Volumen der Entschlammung.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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