Fortschritt am Trogbauwerk | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Fortschritt am Trogbauwerk

Unter den Gleisen: Das schwere Rahmenbauwerk wird in Position gebracht. (Foto: NLStBV)
Unter den Gleisen: Das schwere Rahmenbauwerk wird in Position gebracht. (Foto: NLStBV)
Unter den Gleisen: Das schwere Rahmenbauwerk wird in Position gebracht. (Foto: NLStBV)
Unter den Gleisen: Das schwere Rahmenbauwerk wird in Position gebracht. (Foto: NLStBV)
Unter den Gleisen: Das schwere Rahmenbauwerk wird in Position gebracht. (Foto: NLStBV)

Die Arbeiten an der neuen Ortsumgehung Wunstorf (Nordumgehung) haben einen wichtigen Fortschritt erreicht: Der „Block 13“ ist erfolgreich unter die Bahnschienen im Trogbauwerk an der Leinechaussee eingezogen worden, wie die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Nienburg mitteilt. Bei „Block 13“ handelt es sich um ein massives Rahmenbauwerk mit rund 13 Metern Länge, acht Metern Höhe und 17 Metern Breite. Er ist einer von 24 Blöcken, aus denen das Trogbauwerk entsteht, einem entscheidenden Abschnitt der neuen Ortsumfahrung. Seine besondere Bedeutung liegt darin, dass später die Bahngleise über diesem Block verlaufen werden, sobald die derzeitigen Behelfsbrücken ausgebaut sind.

Der Einschub des rund 1.800 Tonnen schweren Bauwerks erforderte äußerste Genauigkeit. Zwischen Block und Behelfsbrücken blieben während des Vorgangs nur wenige Zentimeter Abstand. Gleichzeitig rollten weiterhin mehrmals pro Stunde Regionalbahnen, Güterzüge und Intercitys über die Köpfe der Bauarbeiter hinweg. Eine Sperrpause gab es nicht. Für den Einschub wurde eine speziell dafür konzipierte Verschubanlage eingesetzt. Mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Metern pro Stunde wurde das Bauwerk rund 50 Meter unter die Gleise gezogen, bis es seine endgültige Position erreichte. Ein Vermessungstrupp überwachte während des gesamten Vorgangs fortlaufend Höhe und Lage des Blocks, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Derzeit erfolgen die geplanten Nacharbeiten: Die Verschubanlage wird zurückgebaut, notwendige Anschlüsse hergestellt und die Schalarbeiten für den Hinterfüllbeton vorbereitet. Der Ausbau der Behelfsbrücken ist für Ende des Jahres im Rahmen einer geplanten Zug-Sperrpause vorgesehen. Bis dahin sollen sowohl der Trog als auch der Straßenbau im Bauwerk sowie der Bau der parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Wirtschaftswegebrücke weitgehend abgeschlossen sein. Nach aktuellem Stand bleibt das übergeordnete Ziel bestehen, die Verlegung der Bundesstraße 441 bis Ende des Jahrzehnts abzuschließen. Die ersten Straßenbauarbeiten im Bauabschnitt 1 der neuen Ortsumfahrung sind demnach für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Fledermausbrücke

Ein weiteres Bauwerk, das im Zusammenhang mit der Nordumgehung entsteht, ist die Fledermausbrücke in der Nähe von Alten’s Ruh. Zu dem Projekt hatte es zuletzt einen Bericht im Bauausschuss gegeben. Dort wurde mitgeteilt, dass sich das Vorhaben auf der Zielgeraden befindet und die Fertigstellung in diesem Frühjahr erfolgen soll. Die Brücke gilt als markantes Bauwerk, dessen Größe viel Kritik auslöst. Nach Angaben der Landesstraßenbehörde entspricht die Konstruktion jedoch einem erprobten und funktionierenden Modell. Die massive Bauweise sei unter anderem erforderlich, weil die Brücke später begrünt werde und sogar Bäume tragen müsse.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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