Der Johanniter-Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer vollzieht zum Jahresende erstmals einen Wechsel auf dem Posten des Dienststellenleiters. Nach rund 26 Jahren an der Spitze übergibt Bernd Stühmann im November die Verantwortung an Michaela Zach. Die 40-Jährige wird bereits seit dem 1. Mai in ihre neue Aufgabe eingearbeitet. Die ausgebildete Notfallsanitäterin war bislang stellvertretende Dienststellenleiterin in Langenhagen und leitete dort zudem die Rettungswache. Parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit absolviert sie ein berufsbegleitendes Studium mit dem Schwerpunkt Management in der Gefahrenabwehr. „Der Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer ist größer als der in Langenhagen und bietet eine schöne neue Aufgabe und Herausforderung“, sagt Zach.
Der Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer ist größer als der in Langenhagen und bietet eine schöne neue Aufgabe und Herausforderung.
Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören die Rettungswachen in Wunstorf und Garbsen sowie der Stützpunkt in Steinhude. Allein im Rettungsdienst beschäftigt der Ortsverband rund 140 Mitarbeiter. Eine wichtige Aufgabe wartet bereits auf die neue Leiterin: Im Jahr 2028 steht die erneute Ausschreibung des Rettungsdienstes an. Zach möchte dabei auf den bewährten Strukturen aufbauen und zugleich eigene Akzente setzen. Neben dem Rettungsdienst engagieren sich die Johanniter auch in den Bereichen Bildung und Erziehung. Zum Ortsverband gehören sechs Kindertagesstätten sowie elf Ganztagsgrundschulen in Wunstorf, Neustadt und Garbsen. Darüber hinaus soll das Angebot im Bereich der sozialen Dienste, etwa beim Hausnotruf, weiter ausgebaut werden. Insgesamt sind rund 300 hauptamtliche und 300 ehrenamtliche Mitarbeiter für den Ortsverband tätig. Die offizielle Amtseinführung von Michaela Zach ist als kirchlicher Akt für den 27. November vorgesehen.
Mit dem Wechsel endet für Bernd Stühmann eine außergewöhnlich lange Laufbahn bei den Johannitern. Der Steinhuder kam am 1. August 1984 über seinen Zivildienst zur Organisation. Aus ursprünglich wenigen zusätzlichen Monaten wurden schließlich mehr als 40 Jahre. „Das hat viel mit den Menschen zu tun, mit den Beziehungen, die dadurch entstanden sind und mit den Netzwerken, in die ich eintauchen konnte“, sagt Stühmann. „Ich habe mein Lebenswerk voll ausgelebt.“ Als einen wichtigen Meilenstein bezeichnet er die Neustrukturierung der Johanniter-Unfall-Hilfe im Jahr 2000. Von der damaligen Neuordnung in Ortsverbände habe Wunstorf besonders profitiert. Daraus entwickelte sich 2003 der zentrale Standort am Düendorfer Weg. Die zunächst gemietete Liegenschaft befindet sich inzwischen im Eigentum des Verbandes und bietet auf einem zusätzlich erworbenen Grundstück weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Die Gebäude am Düendorfer Weg seien damit zur Heimat der Johanniter geworden.
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2011 mit der Übernahme der ersten Kindertagesstätte. Inzwischen betreiben die Johanniter sechs Kitas, darunter die Betriebskindertagesstätte am Düendorfer Weg, deren Konzept als beispielgebend gilt. Auch im schulischen Bereich hat der Ortsverband sein Engagement ausgebaut. In Wunstorf bestehen Kooperationen mit der Stadtschule und der Grundschule Klein Heidorn. Weitere Schulen in Neustadt und Garbsen kommen hinzu. Der Ortsverband erwirtschaftet inzwischen einen Jahresumsatz von rund 18 Millionen Euro. Ortsbeauftragter Thomas Silbermann hebt das besonders hervor. Die betriebswirtschaftliche Solidität sei Ausdruck einer verantwortungsvollen Geschäftsführung. Für Stühmann beginnt mit dem Ruhestand im Oktober 2027 ein neuer Lebensabschnitt. Ganz verabschieden möchte er sich jedoch nicht. Er kann sich vorstellen, künftig ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen, beispielsweise im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung. Dem Ortsverband will er auch nach seinem Ausscheiden eng verbunden bleiben.