Kooperation im Ernstfall | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Kooperation im Ernstfall

In Wunstorf: Alle Übungsteilnehmer und Sebastian von der Haar von den Johannitern (2.v.li.). (Foto: Johanniter)
In Wunstorf: Alle Übungsteilnehmer und Sebastian von der Haar von den Johannitern (2.v.li.). (Foto: Johanniter)
In Wunstorf: Alle Übungsteilnehmer und Sebastian von der Haar von den Johannitern (2.v.li.). (Foto: Johanniter)
In Wunstorf: Alle Übungsteilnehmer und Sebastian von der Haar von den Johannitern (2.v.li.). (Foto: Johanniter)
In Wunstorf: Alle Übungsteilnehmer und Sebastian von der Haar von den Johannitern (2.v.li.). (Foto: Johanniter)

Ein praxisnahes Rollenspiel zur zivil-militärischen Zusammenarbeit stärkt im Rahmen der NATO-Übung QUADRIGA 2026 den Austausch zwischen militärischen Kräften und zivilen Organisationen in Wunstorf. Beim Johanniter-Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer nahmen Vertreter beider Seiten an der Übung teil, um Abläufe für mögliche Krisen- und Spannungsfälle zu erproben.
Ziel des sogenannten CIMIC-Trainings (Civil-Military Cooperation) war es, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die Zusammenarbeit zu verbessern. Im Mittelpunkt stand die Erstellung eines zivilen Lagebildes. Dabei wurden gezielt die Perspektiven ziviler Akteure erfasst, um deren Sorgen, Bedarfe und Herausforderungen sichtbar zu machen. Auf dieser Grundlage sollen militärische Unterstützungsleistungen künftig besser auf zivile Anforderungen abgestimmt werden.

Ein multinationales Sichtungsteam aus Deutschland, Litauen und Kanada war in Wunstorf im Einsatz. Die Gespräche wurden in englischer Sprache geführt und von einem Dolmetscher begleitet, um eine präzise Verständigung sicherzustellen. Ein zentraler Gesprächspartner war die Johanniter-Unfall-Hilfe als wichtiger Akteur im Bevölkerungsschutz. Im Dialog spielten die Teilnehmer mögliche Szenarien eines Spannungsfalls durch. Dabei ging es unter anderem um Erwartungen und Bedarfe der Johanniter in einer solchen Lage sowie um konkrete Formen der Zusammenarbeit. Themen waren etwa die medizinische Versorgung, logistische Unterstützung und die Koordination von Hilfsmaßnahmen. Aus den Reihen der Johanniter hat Sebastian von der Haar an der Übung teilgenommen.

Ein wesentlicher Punkt der Gespräche war die klare Abgrenzung der Rollen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe stellte heraus, dass sie ihren Status als Nicht-Kombattant jederzeit bewahren muss. Eine militärische Einbindung wurde ausdrücklich ausgeschlossen. Für die Organisation bleibt der Sanitätsdienst der Bundeswehr der festgelegte Partner. Die Wahrung von Neutralität und Unabhängigkeit gilt als grundlegende Voraussetzung für die Arbeit der Johanniter und ist entscheidend für das Vertrauen in der Bevölkerung. Die Übung machte deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Abstimmung und ein offener Austausch zwischen militärischen und zivilen Akteuren sind. Nur so lassen sich im Krisenfall effektive und koordinierte Maßnahmen sicherstellen. Das CIMIC-Rollenspiel in Wunstorf lieferte hierfür wichtige Erkenntnisse und stärkte die Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene nachhaltig.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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