Es hatte seine Zeit gedauert, bis die Jungen und Mädchen der Grundschule eine eigene Bushaltestelle in der Straße Niedernfeld bekamen. Erst später kam noch ein Wartehäuschen dazu, damit die Kinder nicht im Regen auf den Bus warten müssen. Doch nun hatten Unbekannte das Wartehäuschen beklebt und verschmiert. „Das hat den Kindern gar nicht gefallen, sie waren nicht nur traurig, sondern entsetzt“, sagte Schulleiterin Dörte Hofheinz. So wurde von allen „beschlossen“, das Buswartehäuschen selbst zu reinigen. Hausmeister Matthias Waterstradt besorgte die Reinigungsmittel, und mit einer Leiter ausgestattet ging es gemeinsam zum „Tatort“. In kurzer Zeit wurden Aufkleber und Graffiti entfernt.
Schülerinnen, Schüler und Lehrer haben keinerlei Verständnis für den oder die Verursacher. Die Bushaltestelle soll sauber bleiben, es wurde Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Und das sagt die Leiterin des hiesigen Polizeikommissariats, Britta Schwarz, zu der Reinigungsaktion: „Wir wissen, dass Unordnungszustände sich auf das subjektive Sicherheitsempfinden auswirken und Kriminalität begünstigen können. Umso wichtiger sind die soziale Kontrolle sowie der respektvolle Umgang mit in diesem Fall der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Gegenständen.” Die Schulkinder setzen ein Zeichen für einen achtsamen Umgang miteinander und dem Eigentum anderer, das verdiene Respekt und Anerkennung. „Und dennoch hielte ich es für noch effektiver, wenn die verursachenden Personen ihre Schriftzüge und Aufkleber entfernen würden”, so Schwarz. Aus ihrer Tätigkeit in der Ermittlungsgruppe Graffiti weiß sie, dass das Reinigen der betroffenen Flächen durch ermittelte Tatverdächtige bei manchen Schamgefühl und Einsicht auslöst und hierdurch eine Verhaltensveränderung bewirkt werden kann.