„Moin, mein Name ist Martin Pavel”: Wunstorf hat einen neuen Bürgermeister | Wunstorfer-Stadtanzeiger

„Moin, mein Name ist Martin Pavel”: Wunstorf hat einen neuen Bürgermeister

Strecken die Arme nach oben: Martin und Lena Pavel.  (Foto: tau)
Strecken die Arme nach oben: Martin und Lena Pavel. (Foto: tau)
Strecken die Arme nach oben: Martin und Lena Pavel. (Foto: tau)
Strecken die Arme nach oben: Martin und Lena Pavel. (Foto: tau)
Strecken die Arme nach oben: Martin und Lena Pavel. (Foto: tau)

Martin Pavel hat die Stichwahl um das Amt des Wunstorfer Bürgermeisters gewonnen. Der gemeinsame Kandidat von CDU, Grünen und FDP setzte sich am Sonntag mit 9.414 Stimmen und 56,36 Prozent gegen Amtsinhaber Carsten Piellusch (SPD) durch. Piellusch kam auf 7.290 Stimmen und 43,64 Prozent. Für Amtsinhaber Carsten Piellusch endet damit seine Zeit an der Spitze der Stadtverwaltung nach fünf Jahren.

Als Pavel gemeinsam mit seiner Frau Lena die Südstraße zur Wahlkampfzentrale der CDU hinunterging, wartete dort bereits eine jubelnde Menge auf den Wahlsieger. Unter dem Applaus seiner Unterstützer machte Pavel deutlich, dass für ihn nach dem Wahlabend nun die eigentliche Aufgabe beginnt. „Heute wird gefeiert, ab morgen beginnt die Arbeit“, sagte der künftige Bürgermeister. Es gehe nun darum, Verantwortung zu übernehmen. „Ich darf als neuer Bürgermeister Verantwortung für alle übernehmen, für die, die mich gewählt haben und auch für die, die mich nicht gewählt haben.“ Bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Pavel mit 43,02 Prozent der Stimmen vor Piellusch gelegen.

Wahlkampagne geht auf, Wechselstimmung genutzt

Dieses Ergebnis wertete er als Zeichen einer Wechselstimmung in Wunstorf. Seine auf die Person zugeschnittene Kampagne („Moin, Mein Name ist Martin Pavel”) habe weit über das traditionelle Lager von CDU, Grünen und FDP hinaus gewirkt und auch bisherige SPD-Wähler angesprochen, hatte er vor der Stichwahl erklärt. Die Unterstützung der Freien Wähler durch deren Kandidatin Kerstin Obladen bezeichnete Pavel zwar als wichtiges Signal. Zugleich hatte er davor gewarnt, daraus automatische Stimmenzuwächse abzuleiten. Entscheidend sei vielmehr gewesen, die eigenen Anhänger erneut zur Wahl zu mobilisieren. Das ist gelungen. Mit dem Ergebnis der Stichwahl hat sich seine Einschätzung bestätigt. Pavel konnte seinen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang nicht nur verteidigen, sondern deutlich ausbauen. Während der Auszählung zeichnete sich recht früh ein stabiler Vorsprung ab.

Piellusch hatte die Ausgangslage hingegen anders bewertet. Seine 39,22 Prozent im ersten Wahlgang seien ein starkes Ergebnis gewesen, argumentierte der Amtsinhaber. Während die SPD bei der Stadtratswahl auf 31,5 Prozent gekommen war, erhielt er als Bürgermeisterkandidat deutlich mehr Zustimmung. Zugleich warnte Piellusch davor, die Stichwahl anhand einfacher Rechenmodelle erklären zu wollen. „Die Mathematik hilft hier nicht wirklich weiter, die Stichwahlen haben ihre eigenen Gesetze“, sagte er kurz vor der Stichwahl. Am Ende gelang es ihm jedoch nicht, ausreichend Wähler von sich zu überzeugen. Piellusch gratulierte am Abend dem Gewinner der Wahl persönlich in der Südstraße. Dem Stadtanzeiger sagte Piellusch: „Das ist ein klares Ergebnis, ich hätte es mir anders gewünscht, aber nehme die Entscheidung der Wunstorferinnen und Wunstorfer an.” Sie hätten einen anderen Kurs gewählt. „So ist Demokratie”, so Piellusch. Für ihn endet damit seine Zeit an der Spitze der Stadtverwaltung nach fünf Jahren.

Ein Jahr auf diesen Tag hingearbeitet

Martin Pavel zeigte sich gegenüber dem Stadtanzeiger nach seinem Wahlsieg erleichtert und dankbar. Er sei glücklich über die Kampagne, die gemeinsam mit vielen Unterstützern über ein Jahr hinweg akribisch vorbereitet worden sei. Man habe konsequent auf dieses Ziel hingearbeitet. Zugleich griff Pavel eines seiner zentralen Wahlkampfthemen auf. Nun gehe es darum, Gräben zuzuschütten und die Menschen in der Stadt wieder stärker zusammenzuführen. Als Bürgermeister wolle er für alle Wunstorfer da sein. Ab dem 1. November geht es los. Pavel ist dann für acht Jahre gewählt.

Der Artikel wird aktualisiert.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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