Bereits 1974 war Steinhude ein staatlich anerkannter Erholungsort. Und so plante man neue Einrichtungen, ein Hotel, eine Badeinsel, Saison verlängernde Angebote und sehnte sich gleichzeitig nach einem Verkehrskonzept. Ein Blick in die damalige Berichterstattung in der „Leine Zeitung“ und die Gemeindeunterlagen gleicht in vielen Bereichen einem Déja vu. Im fünften Teil geht es um den Steinhuder Gästepass.
Im Juni 2023 sprach sich der Steinhuder Ortsrat für die Abschaffung des Tourismusbeitrages und für die Einführung einer Gästekarte aus. Es herrschte Einigkeit darüber, dass diese Karte auch einen Mehrwert für die Gäste bieten müsste. So wie man es von anderen Touristenorten kennt. Folglich sollte auch die Steinhduer Karte mit diversen Aktivitäten verbunden werden.. Über den weiteren Fortgang der Debatte ist bereits ausführlich in dieser Zeitung berichtet worden. Das Ergebnis ist bekannt. Der Tourismusbeitrag ist abgeschafft. Statt der erhofften Gästekarte gibt es nun eine stadtweite Beherbergungssteuer. Neben anderen bekannten Überlegungen war man auch der Meinung, dass es für eine Gästekarte zu wenig Mehrwertmöglichkeiten in Steinhude des Jahres 2025 gebe. Das sah man vor 35 Jahren ganz anders. Denn damals gab es einen Gästepass in Steinhude.
Leider ist im hiesigen Stadtarchiv nur ein Exemplar des Gästepasses aus dem Jahr 1990 erhalten. Es handelt sich um ein kleines, mehrseitiges und kostenloses Heft. Verteilt wurde es vom damaligen Verkehrsamt in Steinhude. Ziel war es, mit Tipps und Ermäßigungen den Gästen einen angenehmen und erlebnisreichen Urlaub in Steinhude zu ermöglichen. So stellte sich die Schlammkurbadeanstalt als einziges echtes Schlammkurbad Deutschlands vor, in dem naturgewonnener Schlamm des Steinhuder Meeres zum Baden benutzt wird. Für die Abend-Bootsfahrt mit Dämmerschoppen des Berufssegler-Verein Steinhude erhielt man an Wochentagen einen Preisnachlass in Höhe von 2 DM. Im Spielzeugmuseum und Kinderweltmuseum gab es einen Erlass von 50 Pfennig auf die Eintrittskarte für Erwachsene. Schweers-Harms-Fischerhus warb mit Gastlichkeit im niedersächsischen Stil und spendierte ein alkoholfreies Getränk nach Wahl kostenlos zum Essen dazu. Peter Haida´s Steinhuder Festsaal (Im Kellerbusch) warb mit guter Deutscher Küche, Mittagstisch und Tanztee am Sonntag.
Das sind nur einige Beispiele aus dem Heft, das den Mehrwert Steinhudes für Gäste anhand von Werbeanzeigen, Ermäßigungen und Tipps aufzeigte. Am Jahresende konnten die Gäste noch an einer Verlosung mit einer Woche Steinhude für zwei Personen als Hauptpreis teilnehmen.