Lange war um die Ablösung des umstrittenen Tourismusbeitrages politisch gerungen worden. Auf der Suche nach einer gerechteren Lösung für Unternehmen in Steinhude fand man die Beherbergungssteuer. Seit dem 1. Januar 2026 gilt sie für alle Übernachtungsbetriebe vom Hotel über Pensionen bis zur Ferienwohnungen im gesamten Stadtgebiet. Eine erste Bilanz.
Eigentlich wollte man die jahrelang erhobene und vielfach als ungerecht empfundene Tourismusabgabe für Unternehmen in Steinhude durch ein gerechteres System ersetzten. Vor allem durch ein System, das die Nutzer der örtlichen Infrastruktur miteinbeziehen würde. Schnell rückte die Einführung einer Gästekarte oder eines Gästebeitrages in den Fokus. Sprach man von einem Mehrwert für Gäste, wie man ihn aus einen touristisch geprägten Orten an Nordsee, Ostsee und anderswo kennt. Gleich eingezogen mit der Buchung und Zahlung vor Ort zum Beispiel an den Zugängen zum Strand. Doch dann ermöglichte eine Gesetzesänderung die Erhebung einer Beherbergungssteuer. Eine Steuer, die nur für Übernachtungsgäste abgeführt werden muss. Tagesgäste bleiben außen vor. Obwohl man eigentlich gerne mehr Übernachtungsgäste hätte, entschied man sich angesichts der Haushaltslage in der Ratssitzung vom 25. September 2025 für die Einführung einer Beherbergungssteuer. Seit sechs Monaten fließt diese Steuer nun in den allgemeinen Haushalt.
Nach Schätzung der Verwaltung gibt es rund 160 Beherbergungsbetrieben im Stadtgebiet, wie Stadtsprecher Daniel Pfingsten im Zuge der Vorbereitungen Ende 2025 anmerkte. Sechs Monate später stellt sich die Frage, wie die Beherbergungssteuer bei den Betrieben ankommt. Mit drei Häusern in Steinhude gehört die Ferienservice Steinhuder Meer GmbH zu den größten Anbietern vor Ort. Es ist teurer als vorher, so Dennis Karle (zusammen mit Tom Weppler Geschäftsführer der Ferienservice Steinhuder Meer GmbH) und merkt gleichzeitig an, dass die größte Last für die Infrastruktur nicht auf die Übernachtungsgästen zurückzuführen ist. Diese würden den Einzelhandel ganz anders unterstützen als die zahlreichen Tagesgäste. Auch die Reaktionen der Vermieter von Ferienwohnungen gehen in diese Richtung. Die Beherbergungssteuer ist für sie teurer als der Tourismusbeitrag. Um den Gästen etwas zurückzugeben wird aktuell eine Gästekarte in Form einer „Steinhude Karte“ als Eigeninitiative der Werbegemeinschaft und des Verkehrsvereins vorbereitet. Erste Ideen gibt es bereits, mitmachen kann jeder. An den Start soll sie im Sommer 2027 gehen, wie Karle weiter berichtet.