Neuer Name für Promenade | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Neuer Name für Promenade

An der Paul-Smalian-Promenade: Urenkelin Sofie enthüllt die Informationstafel am Ratskellergelände. (Foto: tau)
An der Paul-Smalian-Promenade: Urenkelin Sofie enthüllt die Informationstafel am Ratskellergelände. (Foto: tau)
An der Paul-Smalian-Promenade: Urenkelin Sofie enthüllt die Informationstafel am Ratskellergelände. (Foto: tau)
An der Paul-Smalian-Promenade: Urenkelin Sofie enthüllt die Informationstafel am Ratskellergelände. (Foto: tau)
An der Paul-Smalian-Promenade: Urenkelin Sofie enthüllt die Informationstafel am Ratskellergelände. (Foto: tau)

Die Uferpromenade in Steinhude trägt nun offiziell den Namen von Paul Smalian. Damit wird zum einen das Lebenswerk des Malers gewürdigt und zum anderen ein sichtbares Zeichen für das kulturelle Erbe Steinhudes gesetzt. Der Ortsrat hatte sich für die Namensgebung eingesetzt. Ein wenig Druck bei der Verwaltung musste noch gemacht werden, damit Gedenktafel und Straßenschilder zur Hauptsaison aufgestellt werden konnten, sagte Ortsbürgermeisterin Christiane Schweer im Rahmen der Einweihung am Samstagvormittag (27. Juni). Im Beisein der Familie Smalian, Vertretern des Ortsrates sowie Gästen fand eine kleine Zeremonie neben dem Steg am Ratskellergelände statt. Dort befindet sich die neue Informationstafel des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins - Ortsgemeinschaft Seeprovinz mit Bildern des Künstlers, einem kurzen Text sowie einem QR-Code für weitere Informationen. Außerdem befinden sich an den beiden Anfängen der Promenade an den Strandterrassen sowie am Sturmhafen Straßenschilder.

Jürgen Engelmann von der Ortsgemeinschaft Seeprovinz hatte eine kleine Ansprache vorbereitet und erinnerte an das Leben des Malers. Paul Smalian (1901 bis 1974) wurde in Neuruppin geboren. Von 1921 bis 1925 studierte er an der Staatlichen Kunstschule Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss reiste er 1927 für vier Jahre nach Ägypten. Hier entstanden zahlreiche Bilder und Zeichnungen, in denen er seine Eindrücke des Landes und seiner Menschen festhielt. Weitere Reisen folgten, auf denen seine expressionistischen Werke entstanden. 1945 zog er nach Gehrden, wo er am dortigen Gymnasium als Kunsterzieher tätig war. Bereits 1948 ließ er sich am Steinhuder Meer nieder, das ihn zeitlebens immer wieder zu neuen Kunstwerken inspirierte. Mit seinen Werken prägte er die Wahrnehmung der Menschen, der Landschaft und des Lebens am Steinhuder Meer. Auf einzigartige Art und Weise dokumentierte er die Identität der Region. So stellt sein Porträt eines Steinhuder Fischers ebenso ein bleibendes Zeugnis der regionalen Kulturgeschichte dar, wie das Wandbild „Ortsansässige Fischer bei der Arbeit“, das im Steinuhder Rathaus hing.

„Die Bilder wirken schlüssig und ruhig”, so Engelmann. Zwar sei der Künstler mit 73 Jahren relativ früh verstorben, er habe aber ein gutes Leben gehabt. Das Grundstück, auf dem die Uferpromenade verläuft, befindet sich im Besitz des Landes Niedersachsens. Nach Prüfung hat das Amt für regionale Landesentwicklung Nienburg-Weser im Namen des Landes Niedersachsen ebenso seine Zustimmung erteilt wie der Sohn von Paul Smalian, Karl-Erich. Außerdem wurde Stadtarchivar Klaus Fesche und das Bundesarchiv an dem Procedere beteiligt. Nirgendwo gab es Bedenken zur Benennung.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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