Christliche Religion als neues Schulfach | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Christliche Religion als neues Schulfach

Die Fäden gemeinsam aufnehmen, wie hier bei einem Schulfest der Berlin Schule, darum geht es auch im neuen Schulfach. (Foto: gk)
Die Fäden gemeinsam aufnehmen, wie hier bei einem Schulfest der Berlin Schule, darum geht es auch im neuen Schulfach. (Foto: gk)
Die Fäden gemeinsam aufnehmen, wie hier bei einem Schulfest der Berlin Schule, darum geht es auch im neuen Schulfach. (Foto: gk)
Die Fäden gemeinsam aufnehmen, wie hier bei einem Schulfest der Berlin Schule, darum geht es auch im neuen Schulfach. (Foto: gk)
Die Fäden gemeinsam aufnehmen, wie hier bei einem Schulfest der Berlin Schule, darum geht es auch im neuen Schulfach. (Foto: gk)

Niedersachsen startet als erstes Bundesland zum Schuljahr 2026/27 zunächst in den Klassen eins und fünf das neue Fach „Christliche Religion”. Entwickelt wurde es gemeinsam vom Land, den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Bistümern. Erstmals gibt es damit einen gemeinsamen Lehrplan für den Religionsunterricht beider Konfessionen.

Es soll ein bekenntnisgebundener Religionsunterricht nach dem Grundgesetz bleiben, betonen die Kirchen. Er soll aber stärker ökumenisch, dialogisch und an der Lebenswelt junger Menschen ausgerichtet sein. Entscheidend sei, dass Lehrkräfte authentisch vermittelten, wofür sie selbst stehen. Niedersachsen reagiert damit auf sinkende Kirchenmitgliedszahlen sowie auf die wachsende religiöse und weltanschauliche Vielfalt an den Schulen.

Für die Schüler wird sich dabei manches ändern. Weniger die Themen als die Herangehensweise. Freundschaft, Identität, Gemeinschaft oder das Vaterunser bleiben Bestandteile des Unterrichts.

Künftig sollen jedoch stärker die Fragen und Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen den Ausgangspunkt bilden. Außerdem werden christliche Inhalte häufiger mit jüdischen, muslimischen und anderen religiösen Perspektiven verknüpft.

So soll etwa das Vaterunser mit dem Kaddisch, einem der wichtigsten Gebete des Judentums, und mit der ersten Sure des Korans verglichen werden. Diese interreligiösen Bezüge herzustellen, gehören zu den großen Herausforderungen des neuen Religionsunterrichts für die Unterrichtenden. Konfessionelle Unterschiede sollen im Unterricht weiterhin ihren Platz haben, betonen die Kirchen.

Der neue Lehrplan will konsequent von den Fragen und Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen ausgehen. Es gehe darum, tatsächlich die Fragen der Schülerinnen und Schüler herauszufinden, und nicht die Fragen zu behandeln, von denen Erwachsene glaubten, Jugendliche müssten sie haben, so die Information aus dem Bildungsministerium.

Die niedersächsischen Kirchen weisen Kritik an geplanten Inhalten des neuen Schulfachs „Christliche Religion” zurück. So etwa die Kritik, dass Jesus bei den Unterrichtsthemen künftig weitgehend wegfalle.

Dem widersprechen die katholischen Bistümer in Niedersachsen und heben hervor, dass der Christliche Religionsunterricht (CRU) „in jeglicher Hinsicht ein bekenntnisgebundener Religionsunterricht” bleibt.

Eine Referendarin für das Fach Religion durch diese Zeitung dazu befragt, stellte sich der Start so da: „Wir wurden über die Einrichtung des neuen Faches während des Studiums grundsätzlich informiert, aber nicht unbedingt auch darauf vorbereitet.“


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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