Der Abriss steht bevor | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Der Abriss steht bevor

Der Bauzaun steht: Das Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse Wunstorf wird abgerissen. (Foto: tau)
Der Bauzaun steht: Das Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse Wunstorf wird abgerissen. (Foto: tau)
Der Bauzaun steht: Das Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse Wunstorf wird abgerissen. (Foto: tau)
Der Bauzaun steht: Das Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse Wunstorf wird abgerissen. (Foto: tau)
Der Bauzaun steht: Das Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse Wunstorf wird abgerissen. (Foto: tau)

Die Sparkasse Hannover hat die nächsten Schritte für den Neubau ihres Standorts in der Wunstorfer Innenstadt vorgestellt. Das alte Gebäude der ehemaligen Stadtsparkasse ist inzwischen von einem Bauzaun umgeben, die Abbrucharbeiten sollen in Kürze beginnen. Im Ortsrat Wunstorf erläuterten Vorstandsmitglied Kerstin Berghoff-Ising und Architekt Jochen Florian den Zeitplan.

Zeitplan vorgestellt

Derzeit laufen Rückbau- und Entkernungsarbeiten. Zusätzliche Baustellencontainer sind nicht erforderlich, da Baubüros in den Gebäuden Lange Straße 4 und 6 genutzt werden können. In den kommenden zwei Wochen soll das Abbruchunternehmen vor Ort sein. Parallel erfolgen Arbeiten an den Fassaden mit Hebebühnen. Ende September beginnt dann der konstruktive Abbruch mit Baggern und Abbruchscheren. Diese Arbeiten sollen bis Mitte Dezember dauern. In den Monaten Januar und Februar soll anschließend die Kellerdecke in Blöcken abgetragen werden. Dabei werde mit Sägen gearbeitet. Der Rohbau des neuen Gebäudes soll im März 2027 beginnen. Ausschreibungen und Ausführungsplanungen laufen bereits. Der Abschluss des Rohbaus ist für den Herbst 2027 vorgesehen. Ebenfalls bis dahin sollen Fassade, Fenster und Dach weitgehend fertiggestellt sein. Die Sparkasse hofft, dass das Gebäude bis Ende 2027 wetterfest ist. Die vollständige Fertigstellung ist für Herbst 2028 geplant.

Weniger Platz benötigt

Die Baustellenabwicklung erfolgt über den Abteihof. Der Neubau soll rund 15 Millionen Euro kosten. Das Gebäude wird kleiner ausfallen als die ursprünglichen Planungen der früher eigenständigen Stadtsparkasse Wunstorf. Im hinteren Bereich wird der Baukörper verkürzt, ein Giebel entfällt. Der Durchgang vom Abteihügel (Ville-de-Flers-Platz) zum Abteihof wird dadurch breiter. Als Grund für die Reduzierung nannte Berghoff-Ising die veränderte Funktion des Standorts. Nach der Fusion mit der Sparkasse Hannover werde das Gebäude nicht mehr als Zentrale einer eigenständigen Bank genutzt. Vorstandsbüros seien daher nicht mehr erforderlich. Stattdessen entstehe ein Beratungscenter der Sparkasse Hannover. Berghoff-Ising erklärte auf Nachfrage von Ortsbürgermeister Thomas Silbermann, dass in Wunstorf künftig 30 bis 35 Mitarbeiter tätig sein sollen. Das gesamte Privatkundengeschäft werde am Standort abgedeckt. Zudem seien Videoberatungen vorgesehen. Nach derzeitigem Stand sollen auch gewerbliche Kunden weiterhin in Wunstorf betreut werden. Insgesamt werde der Standort zu einem der größten Sparkassenstandorte in der Region Hannover gehören.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Kellerräume der alten Sparkasse seien in einem guten Zustand, sollen daher erhalten bleiben und weiter genutzt werden. Für die Fassade sind dunkelrote Ziegel vorgesehen. Steine des Bestandsgebäudes sollen dabei aufbereitet und erneut verwendet werden. Auch Schiefer für die Dächer werde aus dem Altbestand übernommen. Nicht wiederverwertbare Materialien sollen unter anderem als Recyclingbeton in anderen Bauprojekten eingesetzt werden. Geplant ist außerdem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Über die künftige Energieversorgung sei allerdings noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Nach Angaben des Architekten werden derzeit Gespräche geführt. Zur Auswahl stehen ein Eisspeichersystem oder eine oberflächennahe Geothermie-Anlage mit Bohrungen bis zu einer Tiefe von etwa 150 Metern. Die Sparkasse komme damit nicht als potenzieller Ankerkunde für ein innerstädtisches Nahwärmenetz infrage, dessen Umsetzbarkeit derzeit geprüft wird. Aus Sicht des Unternehmens Meerwärme, ein Joint Venture der Stadtwerke und Avacon Natur, spiele dies jedoch keine entscheidende Rolle, da der Neubau energetisch sehr effizient gestaltet werde.

Kritik von Anliegern

Ortsratsherr Martin Pavel (CDU) erkundigte sich nach zeitweise gesperrten Parkplätzen. Joche Florian erklärte, dass die entsprechenden Schilder versehentlich falsch aufgestellt worden seien. Außerdem sprach Pavel Beschwerden von Anliegern an. Sie berichten, dass die Entrümpelung des Gebäudes teilweise über das Vordach im Abteihof stattgefunden habe. Florian versicherte, dass Material aus der Entkernung im Erdgeschoss gesammelt werden soll. Die Sparkasse stehe mit den Anrainern im Austausch, habe eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet und informiere regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten.

Über den Neubau

  • Vierstöckiges Gebäude mit Dachterrasse im 1. Obergeschoss
  • SB-Foyer mit drei Geldautomaten und zwei Selbstbediendungsterminals
  • Bargeldkasse und Service im Erdgeschoss
  • Konferenzbereich im Erdgeschoss
  • Beratungen im 1. Obergeschoss, weitere Kapazitäten imErdgeschoss (barrierearm) und 2. Obergeschoss
  • Rund 30 Mitarbeiter am Standort
  • Mietflächen im 2. und 3. Obergeschoss


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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