Eigentümer wehren sich | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Eigentümer wehren sich

Hat sich gegründet: Die Notgemeinschaft Wunstorfer Innenstadt. (Foto: tau, Bildmontage)
Hat sich gegründet: Die Notgemeinschaft Wunstorfer Innenstadt. (Foto: tau, Bildmontage)
Hat sich gegründet: Die Notgemeinschaft Wunstorfer Innenstadt. (Foto: tau, Bildmontage)
Hat sich gegründet: Die Notgemeinschaft Wunstorfer Innenstadt. (Foto: tau, Bildmontage)
Hat sich gegründet: Die Notgemeinschaft Wunstorfer Innenstadt. (Foto: tau, Bildmontage)

15 Eigentümer von Wohn- und Geschäftshäusern haben sich zur „Notgemeinschaft Immobilienbesitzer Innenstadt Wunstorf“ zusammengeschlossen und vertreten nach eigenen Angaben bereits zahlreiche Immobilien innerhalb des festgelegten Sanierungsgebietes, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Als Autoren des Schreibens werden Sigrid Rehkopf, Michael Schaer, Rainer de Groot, Bodo Steidtmann und Jörn Knop genannt.

Die Initiative sieht sich als Interessenvertretung der betroffenen Hausbesitzer und kritisiert die Auswirkungen der beschlossenen Sanierungsregelungen. Die Eigentümer betonen, dass sie eine attraktive und lebenswerte Innenstadt ausdrücklich unterstützen. Gleichzeitig wenden sie sich gegen Regelungen, die sie als unverhältnismäßige Eingriffe in Eigentums- und Vertragsfreiheit bewerten. Nach Ansicht der Initiative seien es vor allem private Eigentümer, die seit Jahren in ihre Gebäude investierten, Modernisierungen finanzierten und die Vermarktung von Wohn- und Gewerbeflächen trügen. Man schließe sich daher zusammen, „nicht um zu ärgern, sondern um private Investitionen in die Innenstadt zu retten”, wie es in dem Schreiben heißt.

Kritik an Genehmigungspflichten

Besonders kritisch sehen die Autoren die mit dem Sanierungsgebiet verbundenen Genehmigungspflichten. Diese beträfen nach Darstellung der Initiative zahlreiche Maßnahmen rund um Immobilien und könnten künftig auch Miet- und Pachtverhältnisse erfassen. Die Eigentümer befürchten dadurch zusätzlichen bürokratischen Aufwand, Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen und Nachteile bei der Vermietung von Ladenflächen. Auch der geplante Sanierungsvermerk im Grundbuch stößt auf Ablehnung. Aus Sicht der Initiative könnten dadurch Unsicherheiten bei Käufern, Banken und Investoren entstehen. Dies könne Investitionsentscheidungen erschweren und sich negativ auf den Wert von Immobilien auswirken.


Die Stadt holt sich Geld bei den Eigentümern, das sie selbst nicht hat, um Dinge zu bauen, die keiner braucht.

Sprecher der Initiative

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Informationsprozess. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Sanierungssatzung bereits im Mai 2025 beschlossen worden ist, eine umfassende Information der Betroffenen aber erst rund ein Jahr später stattgefunden habe. „Zu diesem Zeitpunkt waren wesentliche Rechtsmittelfristen bereits verstrichen.” Für Betroffene stelle sich deshalb die Frage, warum die Eigentümer nicht bereits vor der Beschlussfassung ausführlich über die Auswirkungen informiert worden sind. Darüber hinaus äußern die Eigentümer Bedenken hinsichtlich möglicher Ausgleichsbeträge, die nach Abschluss von Sanierungsmaßnahmen erhoben werden könnten. Die Initiative bezweifelt, dass mögliche Wertsteigerungen von Immobilien automatisch wirtschaftliche Vorteile bedeuten. Befürchtet wird, dass längere Bauphasen eher zu Umsatzrückgängen, Leerständen und sinkenden Mieteinnahmen führen könnten.

Forderung nach Dialog

Die Notgemeinschaft fordert daher eine grundlegende Überprüfung der Sanierungsregelungen, eine frühzeitige Beteiligung der Betroffenen sowie mehr Transparenz bei den geplanten Maßnahmen. Ziel ist ein „fairer Dialog auf Augenhöhe”. „Die Eigentümer betonen ausdrücklich, dass sie sich konstruktiv an einer positiven Entwicklung der Innenstadt beteiligen möchten. Sie erwarten jedoch, dass Eigentum wieder als Verantwortung und nicht als Problem verstanden wird”, so der Wortlaut der Pressemitteilung. Gleichzeitig kündigt die Initiative an, rechtliche Möglichkeiten zur Überprüfung der beschlossenen Maßnahmen prüfen zu wollen. Außerdem wird um weitere Unterstützung geworben. „Die Notgemeinschaft lädt alle betroffenen Eigentümer der Wunstorfer Innenstadt ein, sich der Initiative anzuschließen und gemeinsam für den Erhalt von Eigentumsrechten, Vertragsfreiheit und einer lebendigen Innenstadt einzutreten.”


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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