„Digitaler Gartenzaun” | Wunstorfer-Stadtanzeiger

„Digitaler Gartenzaun”

Testen die App in der Gemüsescheune Klischat (v.li.): Ortsbürgermeister Frank Zülich, Bürgermeister Carsten Piellusch und Martin Klischat. (Foto: tau)
Testen die App in der Gemüsescheune Klischat (v.li.): Ortsbürgermeister Frank Zülich, Bürgermeister Carsten Piellusch und Martin Klischat. (Foto: tau)
Testen die App in der Gemüsescheune Klischat (v.li.): Ortsbürgermeister Frank Zülich, Bürgermeister Carsten Piellusch und Martin Klischat. (Foto: tau)
Testen die App in der Gemüsescheune Klischat (v.li.): Ortsbürgermeister Frank Zülich, Bürgermeister Carsten Piellusch und Martin Klischat. (Foto: tau)
Testen die App in der Gemüsescheune Klischat (v.li.): Ortsbürgermeister Frank Zülich, Bürgermeister Carsten Piellusch und Martin Klischat. (Foto: tau)

Blumenau und Liethe haben jetzt einen digitalen Gartenzaun: Mit der App Stadt.Land.Funk soll die Kommunikation im Ortsteil gestärkt und das Dorfleben besser vernetzt werden. Auf Initiative des Ortsrates Blumenau-Liethe hatte die Stadtverwaltung im April 2026 den Auftrag erhalten, die testweise Nutzung der Anwendung zu prüfen. Die App ist der Nachfolger der früher geförderten DorfFunk-App. Die finanzielle Förderung ist inzwischen ausgelaufen, so dass für die Nutzung nun Kosten entstehen. Für das Pilotprojekt gibt die Stadt nach Angaben von Bürgermeister Carsten Piellusch und Ortsbürgermeister Frank Zülich (beide SPD) rund 150 Euro pro Monat aus. Das entspricht etwa 1800 Euro pro Jahr.

Nach zwölf Monaten soll eine Auswertung erfolgen. Konkrete Vergleichswerte oder festgelegte Erfolgsmaßstäbe gibt es bislang allerdings nicht. Im Gespräch mit dem Stadtanzeiger stellte sich aber heraus, dass die vierstelligen Nutzerzahlen, die man in der Nachbarkommune Seelze erreicht, durchaus als Orientierung dienen könnten. Dort wird die App schon eine Weile länger genutzt (wir berichteten).

Sollen die digitale Vernetzung in dörflichen Regionen stärken: Spezielle Apps. (Foto: KI generiertes Bild)

Digitale Nachbarschaft

Die App „Stadt.Land.Funk“ soll die digitale Vernetzung in kleinen Ortsteilen fördern. In Seelze wird sie bereits genutzt, Wunstorf prüft den Einsatz für Blumenau. Doch die Konditionen für die neue Version sind noch offen – Kommunen warten auf konkrete Angebote.

Mit der App verfolgen die Initiatoren mehrere Ziele. Informationen sollen einfacher verbreitet werden, nachdem in den vergangenen Jahren wichtige Treffpunkte wie das Gasthaus Blumenau oder das Bürgerhaus Zum Alten Fritz geschlossen wurden. Wie Zülich erläutert, entstand der Wunsch nach einer digitalen Kommunikationsplattform während der Workshops zum Dorferneuerungsprogramm. Darüber hinaus sollen Vereine und Einwohner besser miteinander vernetzt werden. Auch die Marktplatzfunktion mit Kleinanzeigen wird als Bereicherung angesehen. Zudem soll die Anwendung helfen, die räumliche Trennung zwischen Blumenau und Liethe ein Stück weit zu überwinden. Nach einem Jahr soll geprüft werden, ob das Angebot auch auf weitere Ortsteile ausgeweitet werden kann.

Für die Nutzung der App sprechen aus Sicht der Verantwortlichen mehrere Argumente: Die Daten werden auf deutschen Servern gespeichert und verarbeitet, die Plattform arbeitet ohne algorithmische Priorisierung von Inhalten, ist werbefrei und setzt auf eine Klarnamenpflicht. Zum Start beteiligen sich bereits mehrere Vereine und Einrichtungen, die auch Moderatorenfunktionen übernehmen. Dazu zählen der Verein KRuG, der Angelverein und die Ortsfeuerwehr. Aus der Oststadt sind unter anderem die Corvinuskirche sowie das Kinder- und Jugendzentrum der Bau-Hof vertreten. Eine öffentliche Vorstellung der App hat diese Woche in der Gemüsescheune Klischat stattgefunden. Dort hat Martin Klischat die Plattform selbst ausprobiert. Die Gemüsescheune ist erst seit Kurzem wieder geöffnet und zählt zu den Treffpunkten, deren Wegfall zeitweise befürchtet worden war.

Für das vierte Quartal ist zudem eine Schulung geplant. Weitere Vereine und Gruppen können sich bei Ortsbürgermeister Frank Zülich oder der Stadtverwaltung melden, wenn sie sich beteiligen möchten. Für Einwohner ist der Zugang niedrigschwellig gestaltet: Nach der Anmeldung kann die App unmittelbar genutzt werden.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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