Seit einigen Jahren erstrahlt eine frühere Bauruine an der Stadthäger Bahnhofstraße wieder in neuem Glanz. Das ehemalige „Bahnhofshotel Kaufold“ war nach seiner Schließung Mitte der 1990er-Jahre immer weiter verfallen. Durch Schäden am Dach drang Wasser in die Räume, wodurch der Verfall der Immobilie weiter fortschritt. Ein Brand im Jahr 2011 verschlimmerte den Gesamtzustand und zerstörte einen großen Teil der rückwärtigen Zimmer, einschließlich des ehemaligen Festsaals. 2014 erwarb die Kreiswohnungsbaugesellschaft Schaumburg „WohnBau“ die baufällige Ruine und begann 2017 eine aufwändige Sanierung unter Denkmalschutz-Auflagen. Horst Frensel, Leiter des Bewertungsausschusses Denkmalpflege beim Schaumburg-Lippischen Heimatverein, blickte in seiner Laudation auf die wechselvolle Geschichte des Hotels zurück. 1865 als Hotel mit Gaststätte errichtet, setzte das Gebäude die Formen des Bahnhofsgebäudes (Bj.: 1847) fort.
Sorgfalt und Herzblut
Der Schaumburg-Lippische Heimatverein ehrte die mit:“ … so viel Sorgfalt und Herzblut…“ erfolgte Sanierung mit einer Plakette sowie einer Urkunde. Jacqueline Kellermann und René Engelke, beide Geschäftsführer der „WohnBau“, hatten zahlreiche Gäste zu dem Termin eingeladen. Vertreter der beteiligten Unternehmen, Vereinsangehörige und Politiker verfolgten die Rückblicke. Kellermann dankte ausdrücklich dem Ingenieur-Büro Wehmeyer für die fachgerechte Sanierung und dem Heimatverein für die Ehrung. Als prominentesten Gast der früheren Gaststätte erinnerte Kellermann an Wilhelm Busch, der dort seine Wartezeit auf dem Weg nach Hannover oder nach Wiedensahl mit einem kühlen Getränk verbracht hatte. Der durch den Brand zerstörte hintere Bereich wurde im Verlauf der Sanierung durch einen Neubau ersetzt.
13 moderne Wohnungen in Bahnhofsnähe
Der zur Bahnhofstraße zeigende Gebäudeteil war so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass hier nur noch eine Entkernung möglich war. Die Außenfassade blieb erhalten und wurde zum Abschluss nach altem Vorbild saniert. Der eigentliche Haupteingang wurde geschlossen, wobei die Tür aus optischen Gründen erhalten blieb. Heute sei der Komplex ein Aushängeschild für Stadthagen, stellte Kellermann fest. In dem Gesamtkomplex vermietet die „WohnBau“ insgesamt 13 Wohnungen. Die direkte Nähe zum Bahnhof bietet insbesondere Studenten damit ideale Wohnvoraussetzungen, betonte Ilsemann. „Wir wollen den jungen Menschen ein Zuhause geben“, schilderte er das Ziel der Wohnungsbaugesellschaft. Im Eingangsbereich hat die Eigentümerin eine Glasvitrine mit Fundstücken aus der Geschichte des ehemaligen Hotels aufgestellt. Stephan Walter, Vorsitzender des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins und Horst Frensel beglückwünschten die „WohnBau“ und bezeichneten die Auszeichnung als „allemal hochverdient“!
„Wir sind dankbar, dass das Objekt in unsere Hände gegangen ist!”