Wunstorfer Stadtanzeiger - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Wunstorfer Region

Sprung

Inhalt

» Wunstorf

Sternstunden in deutscher Sprache

Neues Buch mit sprachlich und historisch bedeutenden Texten veröffentlicht

 

WUNSTORF (gi). "E­del­stei­ne" 107 Stern­stun­den deut­scher Spra­che, heißt ein neues Buch, das von Ger­ma­nist Max Beh­l­and, dem Lei­ter des In­sti­tu­tes für Be­triebs­lin­guis­tik Rei­ner Po­ga­rell und dem Vor­sit­zen­den des Ver­eins Deut­sche Spra­che, Wal­ter Krä­mer, her­aus­ge­ge­ben wor­den ist. Krä­mer ist Pro­fes­sor für Wirt­schafts- und So­zi­al­sta­tis­tik an der Uni­ver­sität Dort­mund und Grün­der des Ver­eins Deut­sche Spra­che. Das ge­wal­tige Buch (671 Sei­ten), mit dem Na­men "E­del­stei­ne", ver­sam­melt in der Tat die Kron­ju­we­len der deut­schen Spra­che. Kron­ju­we­len in dem Sinn, dass diese Tex­te, so das Vor­wort "­durch [ih­re] sprach­li­che Ele­ganz be­ste­chen, … die Epo­che [ih­rer] Ent­ste­hung wi­der­spie­geln und … die Ge­sell­schaft, die Kul­tur, die Wis­sen­schaft, die Tech­nik oder die Po­li­tik nach­hal­tig mit­ge­stal­ten oder mit­ge­stal­tet ha­ben." Mehr als 100 die­ser Edel­steine wer­den hier von fach­kun­di­gen Be­ra­tern vor­ge­stellt und in ihr zeit­li­ches und so­zia­les Um­feld ein­ge­bet­tet. Dar­un­ter fin­den sich auch zwei-drei Dut­zend gründ­lich ü­ber­ar­bei­tete Stich­wort­ar­ti­kel, die aus ei­nem frühe­ren Sam­mel­band, den Stern­stun­den der deut­schen Spra­che, ü­ber­nom­men wur­den. Und wie schon in dem Vor­gän­ger­werk fin­den sich auch hier wie­der zahl­rei­che Tex­te, die in ei­nem der­ar­ti­gen Um­feld wohl kaum er­war­tet wer­den. Denn nur we­nige Werke wie etwa Goe­thes Faust er­fül­len oben ge­nannte An­sprüche in glei­cher Wei­se. "­Der Tex­t", so ist zu le­sen, "ist sprach­lich ge­wal­tig, er steht für eine zen­trale Epo­che der eu­ropäi­schen Geis­tes­ge­schichte und er hat die eu­ropäi­sche Li­te­ra­tur maß­geb­lich mit­ge­präg­t." Da­ne­ben of­fen­ba­ren sich dem er­staun­ten Le­ser aber auch ju­ris­ti­sche Texte wie der Sach­sen­spie­gel oder das Bür­ger­li­che Ge­setz­buch, eher tech­ni­sche Do­ku­mente wie die Pa­ten­tan­mel­dung des ers­ten Au­to­mo­bils oder der Bei­pack­zet­tel zur ers­ten deut­schen An­ti­baby-Pil­le, be­we­gende Briefe und berühmte Re­den, auch grund­le­gende und die Wis­sen­schaft um­wäl­zende Werke der Phy­sik und Ma­the­ma­tik (Gö­del­scher Un­voll­stän­dig­keits­satz), der Phi­lo­so­phie oder der Me­di­zin. Her­aus­ge­kom­men ist ein Buch, das auch ohne Stu­dium der Wis­sen­schafts- und Li­te­ra­tur­ge­schichte mit wach­sen­der Be­geis­te­rung ver­schlun­gen wer­den kann.

vom 24.01.2015 | Ausgabe-Nr. 4B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten